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Operation „Varsity“: Gedenken an die Luftlandung 1945 in Hamminkeln

Operation „Varsity“ : Gedenken an die Luftlandung 1945 in Hamminkeln

Die Stadt Hamminkeln hat Veteranen und Angehörige der alliierten Streitkräfte empfangen, die am 24. März 1945 Teil der Operation „Varsity“ waren. Zur Erinnerung wurden Kränze niedergelegt.

„Auch wenn es schon 74 Jahre her ist, ist die Erinnerung an diesen Tag im März 1945 für mich noch sehr wach. Es ist der Tag, an dem ich meine Freunde und viele Kameraden in Hamminkeln verlor“, erzählt der britische Kriegsveteran Bob Sullivan (96 Jahre) beim Gedenkakt der Veteranen an die Luftlandung in Hamminkeln. Es war die Operation mit dem Namen „Varsity“, die zur größten Luftlandung alliierter Truppenverbände des Zweiten Weltkrieges wurde und am 24. März 1945, also nur wenige Wochen vor Kriegsende, in Hamminkeln zur Realität wurde.

Im Rathaus wurden die Veteranen, weitere britische Militärvertreter und Angehörige gefallener Soldaten von der stellvertretenden Bürgermeisterin Anneliese Große-Holtforth kurz empfangen. In ihren Worten drückte Große-Holtforth Dank und Gedenken an die Befreiung vom Nationalsozialismus aus. Zugleich mahnte sie, dass Krieg immer Leid und Zerstörung bringe.

Zuvor hatten sich alle Gäste in das im Ratssaal ausliegende Gästebuch der Stadt Hamminkeln eingeschrieben. Auch der Brite Len Trewin, der damals zu den mehr als 8000 britischen Soldaten gehörte, die bei Hamminkeln mit Fallschirmen und Lastenseglern landeten, nahm am Gedenken teil.

Bei warmen Frühlingstemperaturen und Sonnenschein – anders als im März des Jahres 1945 – begaben sich die Veteranen, die stellvertretende Bürgermeisterin und Gäste sowie Bürgerinnen und Bürger der Stadt Hamminkeln auf den Rathausvorplatz, um an der im vergangenen Jahr angebrachten Gedenkplakette für die „17th Airborne Division“ (17. Fallschirmjäger-Regiment) einen Kranz niederzulegen.

Die Tochter des damaligen Fallschirmjägers John Kormann, Andrea Kormann-Lowe, bat in ihren Worten um ein ehrenvolles Gedenken an die vielen gefallenen Soldaten, die Schicksale ihrer Familien und erinnerte auch an die Opfer unter den Hamminkelnern. Ihr Vater hatte damals bei der Einnahme Hamminkelns das Leben von 14 Kindern im Kartoffelkeller des damaligen Lenkeitshof verschont.

Bob Sullivan (geboren 1922), der bei der Luftlandung verletzt wurde, ging zusammen mit Len Trewin und Leutnant Liam Cradden zum Gedenkstein an der evangelischen Kirche und legte dort sowie am Gedenkstein mit Baum am Bahnhof Kränze mit stilisierten roten Erinnerungs-Mohnblumen, den typisch britischen „Remembrance Poppies“, nieder.

2020 jährt sich die Luftlandung zum 75. Mal.

(mm)