Wesel Ofen aus: Flachglas hat den Betrieb eingestellt

Wesel · 110 Mitarbeiter gaben sofort ihre Arbeitslosigkeitsmeldung ab, elf weitere räumen nur noch auf und schließen ab.

Die Flachglas Wesel GmbH ist Geschichte. Auf einstimmigen Beschluss des Gläubigerausschusses vom Montagabend ist der Geschäftsbetrieb des Bauglas-Spezialisten eingestellt worden. Dies erfuhren die 121 Mitarbeiter gestern Morgen auf einer Belegschaftsversammlung von Insolvenzverwalter Dirk Hammes (Duisburg).

Drei Vertreter der Arbeitsagentur nahmen unmittelbar Arbeitslosigkeitsmeldungen von 110 Betroffenen an. Elf weitere, sowohl gewerbliche als auch kaufmännische Mitarbeiter bleiben als Kernteam fürs Aufräumen und Abschließen zuständig.

Laut Hammes nahm die Belegschaft die Nachricht gefasst auf, denn die Entscheidung sei nicht überraschend gekommen. Zudem sei den Leuten wohl klar gewesen, dass den Verkündern der Hiobsbotschaft gleichfalls die Brocken vor die Füße geworfen worden seien. Noch Montag sei versucht worden, bei Kunden höhere Preise auszuhandeln, um eine auskömmliche Abwicklung der Restaufträge mit einer reduzierten Belegschaft zu schaffen.

Doch dies scheiterte. Hammes lobte ausdrücklich die Rolle der Verbands-Sparkasse Wesel, die bereit gewesen wäre, die Verfügung über eingehende Gelder für eine geordnete Ausproduktion zu gestatten. Hammes kritisierte das Fehlen von Sanierungsgeschäftsführer Heinz-Peter Derrix-Belau sowie von Unternehmensberater und Mitgesellschafter Robert Buchalik auf der Belegschaftsversammlung.

"Es ist ungeheuer tragisch, dass wir auf den letzten Metern gescheitert sind", sagte Vertriebsgeschäftsführer Dirk Plogmann. Betriebsratsvorsitzender Michael Wesendonk richtet sich auf die formale Arbeit am Sozialplan ein. Der müsse einfach gemacht werden, auch wenn keine Substanz mehr da sei, sagte er. Insolvenzverwalter Hammes und wird nun die Sachanlagen verwerten. Vom Schreibtisch bis zum Vorspannofen wird alles versteigert.

Von der Insolvenz nicht betroffen sind Grundstück und Gebäude, die Nachbar und Vermieter Pilkington gehören. Das in Gelsenkirchen ansässige Unternehmen kann zur weiteren Nutzung der Werks-Immobilie noch nichts sagen, erklärte Pilkington-Sprecherin Claudia Utsch.

(RP/rl)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort