Wesel: Obrighovico ist der Star beim Italiener im Hafen

Wesel: Obrighovico ist der Star beim Italiener im Hafen

Im Restaurant Antonella am Yachthafen werden seit kurzem Schweine der Rasse Duroc aus dem Stall des Weseler Landwirts Holger Vens verarbeitet. Aber nicht nur Filet und Steaks, sondern alle Teile.

Wer das Restaurant Antonella am Weseler Sporthafen besucht, das bis vor wenigen Monaten noch Al Porto hieß, wird beim Blick auf die Speisekarte überrascht sein. Natürlich gibt es im Bootshaus der Ruder- und Tennisgesellschaft Wesel (RTGW) mit seinen 90 Plätzen die Klassiker der italienischen Küche wie Tortellini, Spaghetti und Pizza. Aber auch Tagesangebote wie Herz und Nieren mit Salbei sowie Carpaccio vom Schweinskopf. Das Fleisch stammt aber nicht von irgendwelchen Mager-Zucht-Schweinen, sondern von Tieren aus dem Stall des Obrighovener Landwirts Holger Vens, der seinem fein marmorierten Fleisch den Namen Obrighovico gegeben hat und diesen auch hat rechtlich schützen lassen.

"Wir beide verfolgen die gleiche Philosophie: Es kann nicht sein, dass wir auch weiterhin nur die Edelteile des Tieres nutzten. Vor dem Hintergrund des nachhaltigen Fleischkonsums ist es nötig, auch alle anderen Teile zu verarbeiten", sagt Vens.

Tim Terhorst (36), Sohn eines Metzgers aus Rees, tickt ganz ähnlich und hat, angetan von den Obrighovico-Qualitäten, die Entscheidung getroffen, ganze Duroc-Schweine für seine Küche einzukaufen. Um das Fleisch und die Innereien gut lagern zu können, hat Metzgermeister Fritz Rockhoff in Dinslaken-Eppighoven das Tier zerlegt und alle Teile frisch vakumiert. Terhorst lässt bei Rockhoff außerdem italienische Würste nach eigenen Rezepten fertigen.

Auf die Frage, was denn am Obrighovico so besonders sei, antwortet Tim Terhorst, der im Weseler Waldhotel Tannenhäuschen seine Lehre zum Restaurantfachmann absolviert hat und unter anderem im Hotelrestaurant Steverburg in Nottuln (Münsterland) im Service tätig war: "Das Fleisch schmeckt so, wie man sich das nur wünschen kann. Eine Lasagne nur mit Fleisch vom Obrighovico zubereitet, schmeckt einfach viel saftiger als ein Sugo, in dem auch Rindfleisch verwendet wurde."

Natürlich freut sich Vens über ein solches Lob. Er selbst hatte 2013 die Idee, nur noch Schweine zu züchten, die eine Fleischqualität liefern, die anspruchsvolle Kunden wünschen. Deshalb hatte er damals Altdeutsche Landschweine mit Duroc-Schweinen gekreuzt und das Fleisch Obrighovico genannt. Der Name erinnert an das spanische Iberico-Schwein, das unter anderem mit Eicheln gefüttert wird und bei Feinschmeckern hoch im Kurs steht. Mittlerweile stehen in seinem Stall nur noch Duroc-Schweine, weil deren Fleisch einfach noch besser ist, sagt Vens. Ehrgeizige Hausfrauen oder ambitionierte Hobbyköche können Obrighovico übrigens nur beim Züchter direkt bestellen. Dann allerdings nicht nur Filet und Steaks, sondern gleich ein ganzes Paket zum Einfrieren mit auch weniger edlen Stücken.

Wer im Antonella am Hafen mit Blick auf den Rhein speisen möchte, sollte unbedingt darauf achten, telefonisch zu reservieren. Darauf legt Tim Terhorst größten Wert. Erreichbar ist er telefonisch unter der Rufnummer 0281 21885 oder 0172 1007210.

Öffnungszeiten: dienstags bis freitags 17 bis 22 Uhr; samstags 12 bis 15 und 17 bis 23 Uhr; sonntags 12 bis 21.30 Uhr.

(RP)