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Wesel: NRW-Familienminister gegen beitragsfreie Kindergärten

Wesel : NRW-Familienminister gegen beitragsfreie Kindergärten

Joachim Stamp (FDP) zu Gast in der Kita Kiek in den Busch.

Dem wahlkämpfenden Weseler Bundestagskandidaten Bernd Reuther (FDP) war es gestern gelungen, NRW-Familien- und Integrationsminister Joachim Stamp nach Wesel zu lotsen. Beide besuchten die Lebenshilfe-Kindertagesstätte Kiek in den Busch nahe des Evangelischen Krankenhauses (EVK). Die Klinik hatte den 600.000 Euro teuren Neubau errichtet und dann an die Lebenshilfe vermietet. Unter anderem können hier Kinder von Krankenhaus-Mitarbeitern betreut werden.

Seit knapp zwei Jahren läuft in der Kita das vom Bund geförderte Projekt "Kita Plus", welches es ermöglicht, Kinder auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten zu betreuen. Wichtig für Pflegekräfte und Ärzte, um Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen.

Nachdem das Angebot im Jahr 2016 zunächst nur sehr zögerlich angenommen wurde, werden in der Einrichtung mittlerweile 19 Kinder entweder schon morgens ab etwa 5.30 Uhr betreut, beziehungsweise bleiben bis 18 Uhr. Mit 91 Kindern ist die Kita Kiek in den Busch, in der 24 Kinder mit "besonderem Förderbedarf" betreut werden, sehr gut ausgelastet.

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Minister Stamp, dem die Einrichtung sichtbar gefiel, sprach generell von einer "groben Unterfinanzierung" des Betreuungssystems in NRW, das allerdings mit dem 500-Millionen-Euro-Rettungspaket der neuen Landesregierung erst einmal gerettet worden sei.

Von Einrichtungsleiterin Heike Sörensen-Schlüter auf eine mögliche Kita-Pflicht angesprochen, erklärte Stamp, dass er sich mit Zwang schwertue. Wenn überhaupt, dann könnte nur das letzte Kindergarten-Jahr zur Pflicht werden. Zudem habe NRW bereits eine Betreuungsquote von mehr als 95 Prozent. Eine beitragsfreie Kita hält er "für die totale Utopie", weil ihm keine Bank "wie bei Dagobert Duck" zur Verfügung stehe.

(RP)