Schermbeck: Nottenkämper auf Spendentour

Schermbeck: Nottenkämper auf Spendentour

Die "Ton-Stiftung-Nottenkämper" spendet seit 2014 an Schermbecker und Hünxer Vereine. Gestern wurden die neuen begünstigten Projekte genannt. Unter anderem freut sich die Gemeinschaftsgrundschule Schermbeck.

Zweimal jährlich spendet die Nottenkämper-Stiftung Geld an Hünxer und Schermbecker Vereine. Diesmal kamen der Vorstandsvorsitzende Dr. Bruno Kettler und sein Stellvertreter Heinz Rühl zur Schermbecker Gemeinschaftsgrundschule (GGS), um vier Gruppen einen größenmäßig nicht benannten Betrag zu überreichen.

Die im Sommer 2014 gegründete Stiftung, eine Initiative der Hermann Nottenkämper OHG, die im Gahlen-Gartroper Bereich seit den 80er Jahren Ton abgräbt und die Gruben nur mit Materialien der Deponieklasse 1 verfüllen darf, fördert vorrangig Maßnahmen und Einrichtungen der beiden Gemeinden Hünxe und Schermbeck. Darüber hinaus kann die Stiftung ihre Förderzwecke laut Satzung auch im Bereich des Naturparks Hohe Mark-Westmünsterland verwirklichen. Da wegen der seit langem bestehenden Niedrig-Zinsphase die Zinsen des Stiftungskapitals zur Finanzierung aller Projekte nicht ausreicht, steuert die Firma Nottenkämper noch Beträge zur Stiftungsverzinsung bei. Über Details dieser Querfinanzierung wurde gestern keine Auskunft erteilt.

Den ersten Geldbetrag konnten gestern GGS-Schulleiterin Jessica Steigerwald und die Fördervereinsvorsitzende Pamela Friedrich entgegennehmen. Die Schule hatte Geld für das Projekt "Trommelzauber" beantragt. Nach der Spendenübergabe hatten die Besucher gestern Gelegenheit, in der Turnhalle einen Vorgeschmack auf die heute Nachmittag stattfindende abschließende Trommel-Präsentation zu bekommen. Alle vier Jahre veranstaltet die GGS dieses Projekt, damit jeder Schüler im Rahmen seiner vierjährigen Grundschullaufbahn das beim Trommeln im Vordergrund stehende Gemeinschaftsgefühl miterleben kann. "Alle haben Spaß", freute sich Schulleiterin Steigerwald über die Auswirkungen des Projektes auf das Miteinander der Schüler.

Der Heimatverein Gahlen bekam zum zweiten Male einen Betrag. Diesmal hatte der Vorstand Geld beantragt für die Verlagerung eines Sägegatters der ehemaligen Stellmacherei Gilhaus von der Kirchstraße zum Museum "Olle Schuer" in der Bruchstraße. Das Sägegatter soll auf dem Außengelände auf einem Fundament errichtet werden und eine Überdachung erhalten.

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Ebenfalls nach Gahlen fließt ein Geldbetrag der Nottenkämper-Stiftung. Als Vorsitzender der Feldbahnfreunde Schermbeck-Gahlen stellte Michael Nienhaus das geförderte Projekt vor. Auf dem Gelände der Familie Haferkamp im Gahlener Aap soll neben der im Ausbau befindlichen 1100 Meter langen Feldbahnstrecke ein Mini-Museum in einer etwa vier mal vier Meter großen Blockhütte entstehen. In diesem Informationszentrum soll die Geschichte der ehemaligen Tongewinnung im Schermbecker Raum ebenso vorgestellt werden wie auch die Verarbeitung des Tons. Einige Gerätschaften haben die Feldbahnfreunde inzwischen von den Ziegeleien Menting und Nelskamp erhalten. In der Nähe des geplanten Info-Zentrums soll auch der noch funktionstüchtige Eimerkettenbagger ausgestellt werden, den die Firma Menting im vergangenen Jahr übergab. Der Verein plant auch eine Zusammenarbeit mit dem Heimatverein Gahlen. So soll eine Gleisanbindung auf dem Gelände des Museums "Olle Schuer" zum geplanten Sägegatter hergestellt werden.

Der von Hartmut Stracke geleitete Angelfischereiverein Gahlen-Lippe, dessen Angelgewässer im Gahlener Heisterkamp nordöstlich an den Mühlenberg der Firma Nottenkämper angrenzt, erhielt gestern ebenfalls einen Betrag aus der Stiftung. "Wir Angler sind nicht mehr nur an den Fischen interessiert, sondern kümmern uns im Sinne des Natur- und Umweltschutzes um den Aufbau und Erhalt des gesamten Ökosystems Fischteich", erläuterte Ralf Hendrich das Projekt. Auf Anraten der Landesfischereibehörde beabsichtigt der AFV Gahlen-Lippe, inmitten der Teiche, die in ehemaligen Tongruben entstanden sind, Brut- und Laichinseln zu errichten, die zusammen mit den notwendigen Besatzmaßnahmen dazu beitragen sollen, langfristig ein annähernd natürliches Gewässer zu erreichen.

Die vier Projekte zeigen die ganze Bandbreite der Ziele, welche die Stiftungssatzung für eine finanzielle Unterstützung ausweist. Das reicht vom Naturschutz und dem Landschaftsschutz über Heimatpflege und Heimatkunde bis hin zur Jugend- und Altenpflege sowie zum bürgerschaftlichen Engagement.

Anmeldeschluss für die nächste Förderrunde ist der 30. Juni. Antragsformulare kann man von der Homepage der Stiftung downloaden. Auch Gruppen, die bereits einmal einen Förderbetrag erhalten haben, können einen Antrag stellen.

(hes)