Hamminkeln: Norbert Neß: "Wir können hier jede Wahl gewinnen"

Hamminkeln: Norbert Neß: "Wir können hier jede Wahl gewinnen"

Der CDU-Stadtverband Hamminkeln traf sich zur Mitgliederversammlung - es ging auch um die Landwirte.

Mit großer Zuversicht hat sich der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Norbert Neß bei der Stadtverbandsversammlung der Christdemokraten in Hamminkeln zu den Chancen der CDU auf weitere Wahlerfolge geäußert. "Wir können hier jede Wahl gewinnen", zeigte Neß sich siegesgewiss. Schon 6000 Wählerstimmen würden bei der nächsten Kommunalwahl reichen (Charlotte Quik und Sabine Weiss holten jeweils mehr als 8000) - "das sollte unser Projekt für 2020 sein!" Raum für Seitenhiebe in Richtung Bürgermeister blieb trotz allem. Die CDU müsse sich mit ihren Inhalten nicht verstecken, der Bürgermeister hingegen habe viele seiner Pläne gar nicht erst in Angriff genommen: "Wo sind beispielsweise die Konzepte für Senioren, die nicht verpflanzt werden wollen?", fragte Neß rhetorisch in die Runde. Das Hauptversammlungs-Pflichtprogramm wurde an diesem Abend von Neß schnell abgehakt.

Die CDU jedenfalls, wolle nun weiter mit eigenen Themen ihr Profil schärfen. Diese sind noch immer unter anderem die Dorfentwicklung, sowie dem demografischen Wandel entgegen zu wirken mit verbessertem Nahverkehr, Ärzte- und Versorgungsangebot und Wirtschaftsansiedlungen. Und auch wenn im nächsten Jahr noch einmal über die Kommunalratsverkleinerungen abgestimmt wird, wolle man weiter für die Vertretung der Dörfer im Stadtrat kämpfen: "Die Suppe werden wir ihnen versalzen", verkündete Neß.

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Höhepunkt der 17 Punkte umfassenden Tagesordnung war ein Fachgespräch zum Thema "Landwirtschaft und Europapolitik" mit Christian Kemper, der sich gerne als Nachfolger von Karl-Heinz Florenz ins Europäische Parlament wählen lassen möchte, und Arnd Cappell-Höpken, Vorsitzender des CDU Kreis-Agrarausschusses. Kremer, der bisher als stellvertretender Generalsekretär der EVP in Brüssel arbeitet, bekannte auch gleich, mit "mehr Fragen als Antworten", nach Hamminkeln gekommen zu sein, um die dort vernommenen Anregungen an die zuständigen Leute in Brüssel weiter zu reichen. Er sprach zunächst einige Worte über die geplanten Änderungen in der Förderung der Landwirtschaft. Kremer sagt, er sei davon "im Grundsatz positiv überrascht" gewesen. Schließlich seien davon vor allem die großen Akteure der Agrar-Industrie betroffen: "In unserer Region betrifft das eigentlich so gut wie niemanden."

Arnd Cappell-Höpken ärgerte sich vor allem über eine gewisse "Doppelmoral" in Fragen der Landwirtschaft. Denn stets seien es die Bauern, die für Umweltprobleme verschiedenster Art (z.B. Artenverlust oder Nitratwerte im Trinkwasser) verantwortlich gemacht werden, gleichzeitig aber änderten die Verbraucher ihr Verhalten nicht. Zudem betonte Cappell-Höpken, dass besagte Umweltprobleme "multifaktoriell" bedingt seien: "Die Landwirtschaft spielt sicher eine Rolle, Glyphosat spielt sicher keine Rolle - das Mittel musste einfach nur herhalten, weil's jeder aussprechen kann." Diese Meinung spiegelte sich auch in den Meldungen des Publikums wider. Das schlechte Image der Landwirtschaft wurde beklagt.

(meko)
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