Schermbeck: Niederrheiner aufs Korn genommen

Schermbeck : Niederrheiner aufs Korn genommen

Der Kabarettist Stefan Verhasselt veräppelt die sprachlichen Eigenheiten der Region, die oft in sinnlosen Zwischenrufen inmitten politischer Diskussionen krönen.

"Wer kommt, der kommt" - das ist nicht nur die Standard-Einladungsphrase am Niederrhein, sondern auch der Name des neuen Programms von Kabarettist Stefan Verhasselt . Der "Hotspot", "the place to be" oder, wie man am Niederrhein sagt: "DMGS - da musse gewesen sein", war am Freitagabend das Landhotel Voshövel. Denn hier präsentierte der gebürtige Straelener sein nunmehr viertes Werk, in dem er auch nach zwölf Jahren Kabarett seinem Kernthema treu bleibt: Den Niederrheiner und seine Eigenarten humoristisch analysieren.

Dass er selbst auch Niederrheiner ist, macht die Anekdötchen und Beobachtungen, die er präsentiert, authentisch. Und es sorgt für eine gewisse Nähe zum Publikum. Da versteht es sich auch von selbst, dass er seine Show mit den zwei Buchstaben anfängt, mit denen man am Niederrhein alles anfängt: "So!" Dann aber geht es gleich mit der ersten Feststellung los. Nämlich, dass sich der Niederrheiner grundsätzlich gerne ein sogenanntes "Hintertürken" offen lässt.

Die sprachlichen Eigenheiten seiner Heimatregion nimmt er zu gern aufs Korn. So ist am Niederrhein niemals etwas nur neu, sondern stets "flammneu" (wie beispielsweise das lindgrüne light-down Steppjäckchen) und auch niemand tot, sondern immer "mausetot". Letzteres darf natürlich nicht verwechselt werden mit "Der is ja tot geblieben", was sinngemäß bedeutet: "Et hätt ja noch mal klappen können".

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Diese spezielle Art Dinge auszudrücken, macht es dafür aber auch leicht, Fake News auf die Spur zu kommen. Die werden am Niederrhein nämlich üblicherweise von zwei Phrasen umrahmt: "Hasse schon gehört?" und "Sisse, hab ich doch gewusst!" Befehle hingegen fallen durch die Signalwörter "schön" ("Da gehen wir mal schön zusammen einkaufen!") oder "mal ebkes" auf.

Die sprachliche Krönung des Niederrheins sind aber, laut Verhasselt, Leersätze - die unpolitischen Zwischenrufe inmitten völlig anderer Themen: "Hömma, Donnerstach is gelbe Tonne" ist ein Satz, der in unserer Region durchaus inmitten einer Diskussion über beispielsweise Trumps Politik fallen könnte, ohne dass sich hier wirklich jemand wundern würde.

"Wir Niederrheiner sind da Meister drin!", weiß der Kabarettist.

(meko)
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