Ngoma-Tag in Schermbeck Ein Hauch von Afrika weht durch den Ort

Schermbeck · Das Haus Mühlenbrock veranstaltete am vergangenen Wochenende zum dritten Mal einen Ngoma-Tag. Es gab Tanz, Musik, Artistik, Kulinarisches, sowie landestypische Kleidung und Accessoires.

 Musik und Akrobatik verband diese vierköpfige Gruppe beim Afrika-Tag auf dem Gelände des Hauses Mühlenbrock zu einer eindrucksvollen Show.

Musik und Akrobatik verband diese vierköpfige Gruppe beim Afrika-Tag auf dem Gelände des Hauses Mühlenbrock zu einer eindrucksvollen Show.

Foto: Helmut Scheffler

Nur ein wenig mehr von der tropischen Hitze afrikanischer Staaten beiderseits des Äquators fehlte noch am vergangenen Wochenende beim Ngoma-Tag (Afrika-Tag) an der Weseler Straße. Ansonsten verwandelte sich das Umfeld des Hotel-Restaurants Haus Mühlenbrock zu einem am Niederrhein wohl einmaligen Terrain für Freunde der afrikanischen Kultur.

„Wir wollen den Gästen die afrikanische Kultur ein wenig näherbringen“, nannte Carol Mühlenbrock als Zielsetzung des Afrika-Tages, der in ähnlicher Form künftig immer am letzten Wochenende der nordrhein-westfälischen Sommerferien veranstaltet werden soll.

Sie selbst ist eine gebürtige Kenianerin und lebt seit 2006 in Deutschland. Aus ihrem Freundeskreis konnte sie einige Afrikaner gewinnen, den Afrika-Tag mitzugestalten. Die übrigen Akteure hat sie beim Besuch anderer Afrika-Feste kennengelernt. So entstand ein abwechslungsreiches Programm, das die Besucher am Wochenende ganztägig in eine weniger bekannte Kultur eintauchen ließ.

An beiden Tagen wurde den Besuchern eine Akrobatikshow und eine afrikanische Tanzvorführung geboten. Die Hervest-Dorstener „Reece Studio Theater-Schule“ erschien mit einer von Barrie Reece geleiteten Kindergruppe, die mit ihren Müttern bei zwei Tänzen tosenden Beifall erhielt. Dieselbe Resonanz erfuhren die Mitglieder eines Trommelworkshops.

Auf der Wiese boten zahlreiche Stände den Besuchern die Gelegenheit, fair gehandelte afrikanische Produkte zu erwerben. Ein mehrköpfiges Team der Gruppe „African Women in Europe“ verkaufte afrikanischen Schmuck und afrikanische Kleider. Joy Zenz stellte ihr Buch vor, das sich mit den Biografien von elf afrikanischen Frauen befasst und dabei die Schwierigkeiten beschreibt, denen afrikanische Frauen im Alltag begegnen. Für die Dorstener Firma „Africulture.de“ bot Rainer Lindner Tücher, Kleider, Gürtel und Schmuck an. Alle Waren wurden in einem afrikanischen Familienbetrieb gefertigt. Ihr Verkauf bedeutet daher eine Hilfe zur Selbsthilfe.

Selbst gebastelte Ohrringe boten Elisabeth Wittrock und ihre Tochter Jewel zum Verkauf an. Am selben Stand wurden kenianische Gemälde mit Tiermotiven und Landschaften präsentiert.

Tierfilmer Kai Malter und TV-Produzentin Dörte Harms vom Netzwerk „Astaterra worldwide animal rescue“ stellten brillante Tierfotografien vor. Der Verkaufserlös dient ebenso wie Spenden solchen Projekten, die sich um den Schutz von Tieren kümmern. Dazu gehören Bemühungen zur Rehabilitation kranker Tiere ebenso wie die Sicherstellung von Tierbeständen. Die Kenianerin Lilian Leclaire zeigte, wie man mit Gummibändern und Perlen Haare zu einem richtigen Kunstwerk gestalten kann. Nebenan bot Onyango aus Kenia Schmuck, Körbe und selbst hergestellte Ohrringe zum Verkauf an. Zum Angebot afrikanischer Produkte gehörten auch Massai-Gürtel aus Leder und Perlen, kunsthandwerkliche Gegenstände wie Schalen, Kalebassen oder Salatbestecke sowie Masken, T-Shirts, Taschen, Trommeln und Sandalen mit Perlen.

Auch die Gastronomie war ganz auf Afrikanisches ausgerichtet. „Chips masala na Kebab“ (Hackfleisch-Kräuter-Bällchen) und vegetarische „Bhajia na Chatni“ (Kartoffelscheiben in Kichererbsenteig) wurden ebenso als kenianische Spezialitäten angeboten wie „Kebab na Mboga“ (Hackfleisch-Kräuter-Röllchen), „Kondo Choma“ (gegrillte Lammrippchen) und „Mutura na Chips Masala“ (gegrillte kenianische Kringelwurst).

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