Wesel: Neues "Maschinennetz" für Wesel

Wesel : Neues "Maschinennetz" für Wesel

Das Unternehmen Vodafone verspricht eine Technik, die Geräte kommunizieren lässt.

Wesel erhält die Infrastruktur, um zur Smart City zu werden. Darauf hat gestern das Unternehmen Vodafone aufmerksam gemacht. Ein neues Maschinennetz sei installiert worden, das ausschließlich für die Kommunikation von Geräten und Maschinen bereitgehalten werde. "Dieses neue Maschinennetz ist hochsicher und speziell optimiert für die regelmäßige und kostengünstige Übertragung kleinerer Datenmengen", heißt es in der Mitteilung von Vodafone. Auch in Wesel hat das Unternehmen die neue, Narrowband IoT genannte, Technologie jetzt aktiviert. Das ermögliche digitale Anwendungen von denen die Stadt, lokal ansässige Unternehmen und auch die Anwohner und Besucher profitieren sollen.

Zum Hintergrund: Immer mehr Geräte und Gegenstände senden Daten über das Internet. Von smarten Uhren über Fahrräder, Autos und Lkw bis zu Stromzählern und Industriemaschinen. Solche vernetzten Geräte werden immer häufiger von Unternehmen und städtischen Dienstleistern genutzt, um beispielsweise Ausleseprozesse für Mitarbeiter und Endkunden zu vereinfachen. Man muss dann nicht mehr auf einen Auslesetermin warten. Im 'Internet der Dinge' vernetzt Vodafone weltweit bereits mehr als 66 Millionen Geräte per Mobilfunk. Die Übertragung der Daten verbrauche in diesem Maschinennetz bis zu zehn Mal weniger Strom als bislang, erklärte Vodafone.

Im kompletten Weseler Stadtgebiet sei das Maschinennetz ab sofort verfügbar. Das mache die Vernetzung von Gegenständen sogar an Orten möglich, wo Mobilfunk sonst nur schwer hinkommt - im Keller unter der Erde oder hinter Betonwänden. Und die speziellen Narrowband-IoT-Sensoren, die die Daten erfassen und über das Maschinennetz übertragen, seien unabhängig von einer externen Stromversorgung. Sie verfügten über Akkulaufzeiten von bis zu zehn Jahren. Im Dezember hat Vodafone den deutschlandweiten Ausbau des Maschinennetzes in Düsseldorf gestartet. Bis September soll die neue Technologie in ganz Deutschland funken. Sie soll bis zu vier Milliarden Gegenstände gleichzeitig miteinander sprechen lassen können. Die Visionen von Vodafone: So sollen über die neue Technologie beispielsweise Strom- oder Wasserzähler aus den Kellern der Häuser heraus in regelmäßigen Abständen aktuelle Zählerstände automatisch an die Zentralen der städtischen Versorger senden können. Das könne den manuellen Ausleseprozess sowie die Terminfindung erleichtern. Ebenso können intelligente Mülleimer über das Maschinennetz ihren Füllstand melden. Städtische Müllunternehmen können so die Routenplanung der Einsatzfahrzeuge optimieren und Mülltonnen leeren, noch bevor sie überfüllt sind.

Das sorgt beispielsweise für noch sauberere Innenstädte oder Bahnhöfe. In Industriehallen oder mittelständischen Lagern können Ortungs- und Bewegungssensoren Rohstoffe oder fertige Produkte überwachen und über das Maschinennetz einen Alarm auslösen, wenn sich Unbefugte Zugang zum Grundstück verschaffen. Im Boden oder in Straßenlaternen verbaute Sensoren könnten zudem die Parkplatzsuche in der Innenstadt erleichtern. Denn sie würden immer aktuell melden, wann und wo Parkplätze frei werden.

(RP)
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