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Neues Kombibad soll auch Spaßbad werden

Wesel : Neues Kombibad soll auch Spaßbad werden

Die Planung wird konkret: CDU und SPD stellen die Weichen für den Neubau. Das neue Bad direkt am Rhein soll die Belange sowohl der Schwimmer als auch der Familien berücksichtigen. Und: Das Bislich-Bad würde geschlossen.

Familien vom Niederrhein kennen es noch als das Kult-Ausflugsziel: Das Nibelungenbad von Xanten war Jahrzehnte lang eine der großen Attraktionen der Region. Nach der Schließung und dem Abriss des Bades soll auf der rechten Rheinseite in Wesel nun ein Bad entstehen, das für Familien wieder eine Attraktion sein soll. Wesel plant den Bau eines neuen Kombibades, also einem kombinierten Frei- und Hallenbad. Die politischen Weichen dafür werden derzeit gestellt. Am Montag haben sich CDU und SPD zusammengesetzt und die Ziele konkretisiert. Die Botschaft: Es werden wohl noch fünf bis zehn Jahre vergehen, bis das Bad tatsächlich eröffnet werden kann. Dann aber soll es eine Attraktion sein, mit der Wesel wieder im Bäderkonzert der Region mitspielen kann. „Einige Städte werden uns beneiden“, sagt Jürgen Linz.

Für den nächsten Rat am 18. September haben SPD und CDU jetzt einen Grundsatzbeschluss vorgelegt. Mit dem legt sich die Politik endgültig fest, dass sie den Bau eines Bades am Rhein will. Die Alternativplanung am Heubergbad – dort wurden schon Planungskosten investiert, von rund 15 Prozent der kalkulierten mehreren 100.000 Euro Gesamtplanungskosten ist die Rede – werde man sich verabschieden. „Dieses Geld würden wir uns sparen“, sagt Hovest. Linz hofft, dass möglichst viele Fraktionen den Weg eines Neubaus am Rhein mitgehen. Klar ist: Der Regionalplan muss geändert werden, auch der Flächennutzungsplan und Bebauungspläne. Hovest geht deshalb davon aus, dass vor 2023 nichts Fertiges am Rhein steht.

„Wir wünschen uns – ganz klar – kein reines Sportbad“, sagt SPD-Fraktionschef Ludger Hovest. „Nach Möglichkeit soll das so weit wie möglich auch ein Spaßbad werden.“ Und auch sein CDU-Kollege Jürgen Linz sagt nach dem Bädertreffen von CDU und SPD: „Das neue Bad soll schon auch Unterhaltung bieten.“ Eine Rutsche werde installiert, auch einen Kletterparcours über dem Wasser, wie ihn die Politiker bei der Besichtigung anderer Bäder gesehen haben, sei in Wesel vorstellbar. Drei Becken soll das Bad haben, auch einen Mutter-Kind-Bereich. In Summe erhofft sich Hovest „mehr Gäste als beim Rheinbad und beim jetzigen Heubergbad in Wesel zusammen“.

Als gewichtigen Standortfaktor führt Hovest ins Rennen, dass das neue Bad direkt am Rhein liegen wird. „Das ist ein Standortfaktor, der am ganzen Niederrhein nicht zu toppen ist.“ Vom Bad aus wird man direkt auf den Fluss schauen können. „Das gibt es vergleichbar nirgendwo am Rhein“, sagt Linz. Eine Panoramasauna wird gebaut. Auch aus der heraus wird man auf den Rhein blicken können. „Wir haben uns schon mit Parteifreunden in Kleve unterhalten, wo gerade ein neues Bad im Wald gebaut wird. Die haben mir gesagt, dass wir auf jeden Fall den noch attraktiveren Standort hätten“, sagt Jürgen Linz.

Wichtig ist aber für beide Politiker, dass auch die Schwimmer zu ihrem Recht kommen. Das neue Bad soll acht Bahnen haben, wird durchgehend geöffnet sein, so dass auch die Frühschwimmer (wir berichteten) dort zu ihrem Recht kommen und sich nicht mehr über eingeschränkte Nutzungszeiten ärgern müssen. „Alle haben dann einen festen Anlaufpunkt“, sagt Linz.

Es gibt auch Wermutstropfen, die geschluckt werden müssen. Die Politik hat festgelegt, dass das Bislichbad schließen wird, wenn das neue Kombibad eröffnet. Auch das Heubergbad, das derzeit saniert wird, wird dann dauerhaft schließen. Ursprünglich galt es schon als baufällig. Hovest: „Durch das Invest von rund 900.000 Euro Sanierungskosten haben wir uns noch einmal Zeit bis zur Eröffnung des Kombibades erkauft.“ SPD und CDU wollen jetzt Gespräche mit den Nutzern aller Bäder, Vereine und Schulen, aufnehmen. „Eines ist klar, es darf keine Schere im Kopf geben“, sagt Hovest. Sicher sei, dass es eine Busverbindung bis zum neuen Bad geben werde – in welcher Taktung die fährt, und welche Strecke, müsse mit der Niag besprochen werden.