Schermbeck: Neuer Zaun für Schießanlage

Schermbeck: Neuer Zaun für Schießanlage

Die Nottenkämper-Stiftung sichert den Schießsport in Damm.

Dank einer Spende der Nottenkämper-Stiftung konnte der Schützenverein Damm seine Schießsportanlage nachbessern, um so ein Höchstmaß an Sicherheit garantieren zu können. Wie sicher so ein Stand sein muss, schreiben Richtlinien vor, die das Bundesinnenministerium zuletzt am 23. Juli 2012 aktualisiert hat. Auf 112 Seiten regeln diese all das, was gewährleisten soll, dass die äußere und innere Sicherheit eines Schießstandes gegeben ist. Damit die Stände den Vorgaben entsprechen, nimmt die Polizei alle vier Jahre Kontakt mit den Vereinen auf. Im November 2015 erfolgte deren Anweisung, ein Gutachten für die offene KK-Schießanlage vorzulegen. Bei einer Ortsbesichtigung ergab sich, dass sich an den Traversen Bretter gelöst hatten und der Zaun stark mit Bewuchs der äußeren Wälle verbunden war. Gleichzeitig wurde angedeutet, dass der Zaun spätestens bei der nächsten Besichtigung nicht mehr als funktionsgerecht anerkannt würde. Einige der alten Eichenpfähle waren angefault und der Maschendrahtzaun teils brüchig geworden.

Die losen Bretter befestigen und einen Zaun freischneiden, das schafft man mit geeignetem Werkzeug und der ehrenamtlichen Manpower des Vereins ohne Kostenaufwand. Für einen Verein, dessen 300 Mitglieder einen Jahresbeitrag in Höhe von 40 Euro zahlen, stand mit 6500 Euro eine relativ hohe Investition für eine Zaunerneuerung an. Schriftführer Richard Jöhren und Kassierer Bernd Krebbing wandten sich mit einem Antrag an die Stiftung der Firma Nottenkämper. Die im Sommer 2014 gegründete Stiftung, eine Initiative der Hermann Nottenkämper OHG, die im Gahlen-Gartroper Bereich seit den 80er-Jahren Ton abgräbt und die Gruben nur mit Materialien der Deponieklasse 1 verfüllen darf, fördert vorrangig Projekte und Einrichtungen in Hünxe und Schermbeck. Darüber hinaus kann die Stiftung ihre Förderzwecke laut Satzung auch im Bereich des Naturparks Hohe Mark-Westmünsterland verwirklichen.

Mehrere Kostenvoranschläge wurden eingeholt, bevor man das Material für einen 153 Meter langen Zaun kaufte. Unter der Leitung von Ernst Steinkamp kamen an zwei Samstagen jeweils etwa zehn Schützen zum Schießstand am Küpperskamp, um die 61 Zaunpfosten einzubetonieren und anschließend mit Doppelstabgitterzaun zu bespannen. Um ein Überklettern zu verhindern, wird der Zaun nach oben hin durch drei Stacheldrähte begrenzt. Im Rahmen einer Besichtigung dankte Schützenpräsident Bernd Abel den Helfern und Bruno Ketteler, dem Vorsitzenden der Stiftung, der im Vorfeld zusammen mit seinem Stellvertreter Heinrich Rühl die Dammer Schützen besucht hatte. "Wir haben das Projekt gerne gefördert, weil Schützenvereine wichtige Träger des Brauchtums sind", sagte Ketteler. Die Stiftung hatte ähnlich bereits den Brichter Schützenverein finanziell gefördert.

Die Hilfe entlastet die Vereinskasse, zumal weitere Projekte anstehen. Die Heizung muss erneuert werden. Die Beleuchtung soll auf LED-Lampen umgestellt werden. Der Verein plant zudem eine behindertengerechte Toilette, damit, so Abel, "das Schützenfest mit allen Bürgern gemeinsam gefeiert werden kann." Durch die Einhaltung der Standsicherheit kann die Anlage weiterhin genutzt werden. Freitags treffen sich die Männer zum Schießen, montags die Frauen. Der Schießstand wird nicht nur beim Schützenfest genutzt, sondern auch beim dreimal jährlich stattfindenden Listenschießen, beim Erntedankfest und beim Kaiserschießen, das alle fünf Jahre stattfindet. Auch Rundenwettkämpfe finden statt. Zudem bietet der Verein den Kilianern die Durchführung des Traditionspokalschießens an. Abel weist darauf hin, dass der Stand auch dem Nachwuchs ein Freizeitangebot liefert. Selbst Kinder unter zwölf Jahren können mit einem Lasergewehr ihre Treffsicherheit testen.

(hes)