Wesel Neuer Standort für Innenstadtgrundschule?

Wesel · Verwaltung soll prüfen, ob Zusatzbau an der Böhlschule günstiger ist als ein Wechsel zum Brüner Tor.

 Böhlschul-Chefin Astrid Wahl-Weber: "Kämpfe für Kinder und Kollegium."

Böhlschul-Chefin Astrid Wahl-Weber: "Kämpfe für Kinder und Kollegium."

Foto: Malz, Ekkehart (ema)

Dass sich die Lern- und Betreuungssituation an der Innenstadtgrundschule Böhlstraße in den nächsten Jahren deutlich verbessern muss, darüber herrschte gestern im Schulausschuss Einigkeit. Die Schulleitung hatte bekanntlich die Politik bei Ortsbegehungen auf Missstände hingewiesen (RP berichtete).

 Ausschuss-Vorsitzender Ulrich Richartz: "Entscheidung für 25 Jahre."

Ausschuss-Vorsitzender Ulrich Richartz: "Entscheidung für 25 Jahre."

Foto: Malz, Ekkehart (ema)

Heiß diskutiert wurde hingegen die Frage, ob es richtig ist, die sanierungsbedürftige Böhlschule unter anderem durch einen mehr als eine Million Euro teuren Zusatzbau fit zu machen für die steigende Nachfrage nach Ganztagsplätzen und den differenzierten Unterricht in Zeiten von Inklusion, oder ob ein Wechsel zum Brüner-Tor-Platz geeigneter ist. Denn in der auslaufenden Brüner-Tor-Grundschule und der benachbarten, stark schrumpfenden Ellen-Key-Förderschule – beide ebenfalls sanierungsbedürftig – gibt es reichlich Platz. Unter anderem darüber unterrichtete Wolf Krämer-Mandeau, Mitarbeiter der Bonner Projektgruppe Bildung und Region (Biregio), den Ausschuss. Um letztlich zu einer vernünftigen, für "die nächsten 25 Jahre geltenden Lösung" zu kommen, wie es der Ausschuss-Vorsitzende Ulrich Richartz (CDU) formulierte, soll die Verwaltung nun bis spätestens zur übernächsten Sitzung am 28. November beide Standorte ergebnisoffen prüfen. Und zwar hinsichtlich der Kosten und des Zeitrahmens. Die Verwaltung soll bis November auch die Fragen beantworten, welcher Standort besser geeignet wäre für eine neue Kindertagesstätte und welche Kosten die Neugestaltung der Schulhöfe verursachen würden. Die Entscheidung fiel nach gut 90-minütiger Debatte einstimmig.

"Mit der ergebnisoffenen Prüfung bin ich zufrieden", erklärte Schulleiterin Astrid Wahl-Weber nach Sitzungsende. Im Ausschuss hatte sie den Schulträger an dessen Versprechen erinnert, die Schule im Rahmen einer "Exzellenzoffensive" zu fördern und betonte, dass sie "zum Wohl der Kinder und Kollegen kämpfe". Dafür gab's Beifall.

In seiner Darstellung zur ungeklärten Entwicklung der weiterführenden Innenstadt-Schulen ging Krämer-Mandeau intensiv aufs AVG ein. Neue Raumzuschnitte seien nötig, die weitere Nutzung des Paulinums "nicht erste Wahl". Denn das Gebäude sei gut geeignet für die Ellen-Key-Schule. Trotzdem: Der Ausschuss entsprach dem Wunsch des AVG, das Paulinum zunächst einmal weiter zu nutzen.

(RP)
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