Neuer Regionalplan: Wo Wesel betroffen ist

Wesel : Neuer Regionalplan: Wo Wesel betroffen ist

Der neue Regionalplan soll unter anderem regeln, wo Gewerbegebiete sein dürfen und wo Kiesabbau stattfindet. In einer öffentlichen Fraktionssitzung diskutierte die SPD jetzt

(M. K.) Seit zwei Wochen liegt der neue Regionalplan Ruhr zur Einsicht aus und sorgt schon jetzt für erhitzte Gemüter in Wesel. Zur Vorbereitung ihrer Stellungnahme suchte die SPD-Fraktion nun das Gespräch mit der Öffentlichkeit und diskutierte im Rahmen einer öffentlichen Fraktionssitzung am Montagabend mit Bürgern und Vertretern von Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Hafengesellschaft Delta-Port.

Vor der eigentlichen Diskussion erläuterte Marc Sextro, bei der IHK für Stadtentwicklung, Raumordnung und Bauleitplanung verantwortlich, in vereinfachter Form die Planungen für Wesel und machte hierbei gleich auf eine erste Problematik aufmerksam: Bei der Erstellung des Regionalplans geht der RVR noch von einem Planungszeitraum von 20 Jahren für die Gewerbeflächen aus.

Das bedeutet für Wesel einen Nettobedarf von 27,9 Hektar. Jedoch läuft aktuell eine Änderung des Landesentwicklungsplans (der seinerseits das Regelwerk für den Regionalplan bildet), in der dieser Planungszeitraum auf 25 Jahre angehoben werden soll. Wenn sich der RVR an dieser Zahl orientierte, würde das Wesel zehn Hektar mehr bescheren.

Der neue Regionalplan sieht nun zwar einige wenige Gewerbeflächen (beispielsweise jeweils acht Hektar östlich von Obrighoven und südlich der B 58) vor, dafür fallen aber andere weg. Zudem soll es einen sogenannten regionalen Kooperationsstandort im Bereich Hünxe-Bucholtwelmen geben. Außerdem sind ein neues Kiesabbaugebiet in Obrighoven sowie eine Reserve in Lackhausen eingezeichnet, die Erweiterungen der bestehenden Gebiete, beispielsweise Pettenkaul in Ginderich, allerdings nicht.

Delta-Port-Geschäftsführer Andreas Stolte war als nächstes an der Reihe. Nach einer längeren Erläuterung über die Aufgaben, die der Regionalplan im Bezug auf die Häfen habe (Hafenflächen schützen – insbesondere vor Heranrückung des Wohnraums – sowie die Entwicklung vorantreiben), konnte er sich über die Planung, von der Delta-Port betroffen sein wird, recht kurz halten: Im Hafen Emmelsum soll es eine Erweiterung der Hafenfläche geben. Hier soll das Aluminiumwerk samt angrenzenden Gewerbeflächen ins Hafengebiet einbezogen werden. Das sei gut für den Hafen und seinen Ausbau, allerdings sind diese Gewerbeflächen zweckgebunden und dürfen nur für den Hafenbetrieb selbst und „hafenaffine“ Gewerbe genutzt werden.

In der folgenden Diskussion zeichneten sich die zwei wichtigsten Kritikpunkte ab: Zu wenig Gewerbefläche außerhalb des Hafens und der Kiesabbau an der falschen Stelle. Gerade über die Planung für Obrighoven wird schon seit längerer Zeit diskutiert. Unter anderem fehle hier einfach die Infrastruktur – so der Tenor in der Diskussion.

SPD-Ratsmitglied Norbert Meesters sprach von einer „Verhinderungsplanung“, die dafür sorge „dass eigentlich vor Ort nichts passieren kann“. Es sei blanker Hohn, schließlich stehe im Regionalplan, dass Erweiterungen bestehender Gebiete Vorrang vor Neuerschließungen haben müssten, dennoch sollen Pettenkaul und auch Bislich-Vahnum laut Regionalplan nicht erweitert werden. Dabei gäbe es gerade für Vahnum Ideen, die Kiesabbau und Naturschutz vereinen könnten: Zunächst könne hier ausgekiest, dann der marode Deich zurückgebaut werden. Deshalb, so Meesters, müsse der Regionalplan, was die Gebiete angehe, geändert werden.

(M. K.)
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