Hamminkeln: Neuer Polizist: 80 Prozent zu Fuß

Hamminkeln: Neuer Polizist: 80 Prozent zu Fuß

Thomas Bollmann ist neuer Bezirksbeamter für Brünen, Marienthal und Dingden. Er ist der Ansprechpartner vor Ort und Kümmerer im Kontakt mit den Menschen.

Thomas Bollmann kennt Hamminkeln gut. Der 56-Jährige arbeitet seit 1997 in der ehrwürdigen Polizeiwache mit den repräsentativen, bleiverglasten Türen und Fenstern an der Rathausstraße in Hamminkeln. Im Streifendienst hat er alle sieben Ortsteile kennengelernt. 18 Beamte in fünf Dienstgruppen sind hier stationiert, ein Streifenwagen ist hier dauerhaft und rund um die Uhr im Einsatz. Thomas Bollmann mag den Dienst in der vergleichsweise sicheren und polizeilich wenig auffälligen Stadt. Doch wenn er im Einsatz war, blieb oft keine Zeit, sich mit den Menschen zu beschäftigen. Das ist jetzt anders. Der Polizist ist neuer Bezirksamtsleiter und zuständig für Brünen, Marienthal und Dingden. Das heißt, er ist präsent vor Ort, so oft es geht, und nah dran am Bürger. Zu 80 Prozent zu Fuß, mit dem Rad oder angesichts der Entfernungen mit dem Auto ist er im Außendienst. Thomas Bollmann hat Zeit für Gespräche und Informationen. Er ist Ansprechpartner und verschafft vor Ort Sicherheitsgefühl.

"Keine Barriere, keine Schwelle -so erfahren wir in den Dörfern, wo der Schuh drückt und welche Maßnahmen nötig sind", sagt Andreas Tühl. Er ist Direktionsleiter Gefahrenabwehr/Einsatz in der Kreispolizeibehörde Wesel. Er verweist auf die Strategie, Nähe und Präsenz zu zeigen und dafür "lebenserfahrene Beamte" einzusetzen. "Der Bezirksbeamte ist ein Begriff vor Ort, seinen Namen kennen bald alle", sagt Tühl. Bürgermeister Bernd Romanski lobt: "Man bekommt das Gefühl für Leute und Stimmungen." Thomas Bollmann hat schon den Kontakt gesucht. In Brünen hat er an der Bergstraße schlechte Beleuchtung am Schulweg vorgefunden - eine echte Gefahrenquelle. Jetzt rüstet die Stadt mit LED-Lampen nach. Auch an Kindergärten schaut der Bezirksbeamte vorbei, Verkehrssicherheit ist immer ein wichtiges Thema. "Man kann mit den Leuten sprechen, man ist näher dran, und dann gibt es Hinweise, wo etwas im Argen liegt", sagt der Polizist. Auch in der Nachsorge bei Geschädigten von Einbrüchen oder bei Gewalt in der Familie ist er im Einsatz. Oder bei der Sicherung von Schützen- oder Martinsumzügen. Große Ängste in der Bevölkerung bei bestimmten Themen werden nicht verzeichnet, seitdem die Serie von Tageseinbrüchen im Land eingedämmt werden konnte.

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In NRW gilt der Schlüssel, dass ein Bezirksbeamter auf 10.000 Einwohner kommt. "Das zeigt, wie wichtig uns das Thema ist", sagt Polizeidirektor Tühl. Im gesamten Kreis Wesel mit seiner ungewöhnlich hohen Zahl von zehn Polizeiwachen gibt es 50 solcher Nah-dran-Polizisten. Hamminkeln ist übrigens komplett versorgt. Um Ringenberg und Hamminkeln kümmert sich Bezirksbeamtin Alix Werner, Jürgen Stratmann ist präsent in Mehrhoog, Wertherbruch und Loikum.

(thh)