Neuer Leiter für die Polizeiwache Hünxe

Hünxe : Neuer Leiter für die Wache Hünxe

Stefan Henseler steht vor einer schwierigen Aufgabe: Er muss die Interessen Schermbecks und Hünxes bedienen.

Es war keine Personalvorstellung wie jede andere am Donnerstag auf der Wache Hünxe: Der Landrat ist bei Terminen wie diesen fast immer dabei, auch dass Vertreter der Kommunen wie Bürgermeister Mike Rexforth (CDU) anwesend sind, ist keine Seltenheit. Politiker zeigen sich gerne an der Seite von Polizisten, weil das Nähe zur Exekutive demonstriert. Als Stefan Henseler (54) als neuer Leiter der Hünxer Wache vorgestellt wurde, da ging es den Politikern aber auch um ein Signal in die Kommunen Hünxe und Schermbeck: Henseler und sein Team sind für beide Orte gleichermaßen da.

Besonders in Schermbeck waren in der Vergangenheit daran Zweifel aufgekommen, weil zuletzt Kriminalpolizisten aus Schermbeck abgezogen worden waren (siehe Bericht Seite C 1). Mike Rexforth regte deshalb sogar dazu an, über einen Wechsel der Wache von Hünxe nach Schermbeck nachzudenken.

Henseler, der in Alpen geboren wurde, in Rheinberg aufwuchs und jetzt in Götterswickerham wohnt, hat eine besondere Mission. Die kompletten Gebiete von Schermbeck und Hünxe gehören zum Einsatzgebiet seiner Wache Hünxe. 17 Kollegen gehören zum Team, zwölf im Wach- und Wechseldienst, zwei Kripobeamte, zwei Bezirksbeamte und Henseler als Chef. Nach diesem Pressetermin gibt es Anlass zur Hoffnung, dass er diesen Job gut wird meistern können. Landrat Müller präsentierte die Vita seines neuen Wachleiters, der die Nachfolge von Klaus Herbst antritt. Herbst war Ende Mai 2018 in den Ruhestand gegangen. Danach war die Stelle kommissarisch besetzt. Turnusgemäß erfolgen Neubesetzungen bei der Polizei zum 1. September.

Henseler kommt aus Moers mit 38 Jahren Polizeierfahrung nach Hünxe. 1980 begann er seine Ausbildung bei der Polizei, war erst am Flughafen tätig, wechselte dann 1984 in den Kreis Wesel. Er bildete dort später andere Polizisten aus, war als Wachdienstführer ebenso im Einsatz wie als stellvertretender Leiter des Schwerpunktdienstes auf der Straße. Seit 2017 war er Dienstgruppenleiter in Moers, der größten Wache im Kreis. Dass er nun nach Hünxe aufs Land wechselt, mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen. Laut Polizeidirektor Rüdiger Kunst ist es für viele Polizisten aber ein „Traumjob“. Auch Henseler bezeichnete dies als eine Chance, die er vor dem Ruhestand unbedingt noch wahrnehmen wolle.

Polizisten gehen normalerweise mit 62 in den Ruhestand. Ein paar Jahre hat Henseler noch. Und er machte nicht den Eindruck, es ruhig angehen lassen zu wollen. In Moers habe er in der Nähe zu Brennpunkten wie Duisburg-Homberg gearbeitet, da sei viel zu tun gewesen. Anfangs habe er sich etwa an die Ruhe nachts im Wohnort Götterswickerham gewöhnen müssen. „Ich konnte anfangs nicht schlafen dort.“ So freue er sich immer, wenn er nachts die Schiffe hört.

Der 54-Jährige hat sich nicht selbst auf die Hünxer Stelle beworben. Er wurde ausgesucht. „Das erfüllt mich mit Stolz“, sagte der Polizist. In Moers habe er bis zuletzt sehr gerne gearbeitet. „Aber so sehr ich Moers vermisse, so sehr freue ich mich auf diese neue Aufgabe.“ Henselers wichtigste Botschaft etwa in Richtung von Bürgermeister Mike Rexforth: „Ich bin jederzeit Ihr Ansprechpartner.“

Müller sagte über die Position Henselers: „Er ist das Gesicht der Polizei vor Ort.“ Auch Privates über den neuen Wachleiter wurde bekannt: Er hat vier zum Teil erwachsene Kinder, in seiner Freizeit spielt er den Bass in der Rock-Band „Used Dreams“. Er studiert auch Sound Engineering und fördert junge Musiktalente. „Das ist ein Hobby, was mich auch nach der Rente noch beschäftigen wird“, sagte Henseler.

Im Detail ging der Landrat auch noch mal auf die Situation in Schermbeck ein. 2015 habe er das Versprechen gegeben, dass sich die Zahl der Polizeikräfte vor Ort nicht ändere. Das sei bezogen gewesen auf die Bezirksbeamten. Und den gebe es mit Uwe Schwenzfeier in Schermbeck noch immer. Der Landrat erwähnte auch die Probleme mit Drogenkonsum im Ort. Die Polizei habe ermittelt, das Problem sei bekannt. Rüdiger Kunst verwies darauf, dass die Straftaten pro Einwohner auch in Schermbeck deutlich sinken würden. Bürgermeister Rexforth sagte aber: „Ich bezweifle grundsätzlich, dass die Zahl der Polizisten vor Ort ausreicht.“ Den Landrat lobte er dennoch: „Wir können froh sein, einen Landrat zu haben, der auf die Fläche schaut.“

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