Hamminkeln: Neue Straße für den Schulverkehr

Hamminkeln: Neue Straße für den Schulverkehr

Gutachter und Politik für Einbahnstraßenlösung für Hamminkelns Mitte und eine neue Querspange

Breite Zustimmung fand im Planungsausschuss das Konzept, das Verkehrsgutachter Thomas Rödel mit vielen Zahlen erläuterte. Es beinhaltet eine Einbahnstraßenlösung für Hamminkelns Mitte, nachdem die Bebauung an der Raiffeisenstraße erfolgt ist, und eine neu zu bauende Querspange von der Blumenkamper Straße hinter dem Viertel Via Salza Irpina zum Schulzentrum Diersfordter Straße. Diesen Ansatz fanden die Fraktionen gut begründet und in sich schlüssig. Rödels Ausführungen auf Basis von Vorgaben der Verwaltung sind als Grundlage für weitergehende Entscheidungen zu sehen. "Das fertige Konzept steht Ende 2018, die Realisierung sehe ich nicht vor 2021", sagte Bürgermeister Bernd Romanski. Eine Westtangente spielt mangels Umsetzungspotenzial derzeit keine Rolle.

Klarheit betrifft nicht die ebenfalls durchgerechnete Frage, ob die Rossmühle offen oder gesperrt sein soll. "Für beide Varianten ergeben sich unspektakulär kleine Zahlen zwischen 200 und 300 Kfz täglich. Mit Abpollerung ist die Belastung anderer Straßen gewachsen, allerdings geringfügig." Eine Handlungsempfehlung gab er nicht. Auch die Verwaltung sieht nun die Politik am Zug, über Sperrung oder Öffnung zu entscheiden. Ein Sperrungsprobelauf war im Februar ausgelaufen. Anwohner hatten mehrfach eindringlich gefordert, abzupollern. Hintergrund ist vor allem vermehrter Verkehr zum Sportplatz. Mehr Verkehrsteilnehmer wird sowieso die Situation rund um Blumenkamper und Diersfordter Straße betreffen. Die Einbahn-Lösung von Mehrhoog Richtung Brünen in der City und von der Blumenkamper zur Diersfordter Straße bezeichnete Rödel als "per Saldo ohne Verkehrswachstum", die "Umlenkeffekte" seien "beherrschbar". Schleichverkehre auf der Molkereistraße seien wegen der Enge wenig wahrscheinlich. Wohl aber müsse mit mehr abfließendem Verkehr auf der Rathaus- Richtung Blumenkamper Straße gerechnet werden.

Als chancenreich wertete der Gutachter die Planung für den Radverkehr, der über "unechte" Einbahnstraßen im Beidrichtungsverkehr erlaubt sein würde und Aufstellflächen an den Straßenknotenpunkten erhalten könnte. Das Rad für Einkaufsfahrten werde so attraktiver. Der Fußgängerverkehr würde durch Querungen erleichtert. Die Erkenntnis, dass Einbahnstraßen zu schnellerem Fahren verführen, konterte Rödel mit dem Hinweis, dass Ein- und Ausparkvorgänge erheblich bremsen, entschärfen. Allerdings: Das Einbahnsystem gilt bei Anwohnern als "ungeliebtes Kind", wie es aus der Politik hieß.

Foto: PR

Stichwort Schulverkehr: Die erhöhte Belastung der Diersfordter Straße durch Schulbusse und Lkw zum Beispiel zur Obstkelterei van Nahmen soll durch eine neue Straße ("Spange") entzerrt werden. Diese würde von der Blumenkamper Straße kurz hinterm Ortseingangsschild vorbei an dem Baugebiet Via Salza Irpina von hinten ans Schulzentrum heranführen - ob als Sackgasse oder mit Öffnung zur Diersfordter Straße, ist ungeklärt. 700 Fahrzeuge im Zusammenhang mit der Schule täglich als innerörtliche Entlastung rechnete Rödel hoch, weil Schulverkehr schneller zur B 473 abfahren könnte. Rödel sagte deshalb: "Eine Spange ist sinnvoll, wenn es gelingt, nur Quell- und Zielverkehr anzuziehen." Das wiederum hieße eine abgebundene, keine Durchfahrtstraße. Perspektivisch gedacht könnte diese auch zur Erschließung eines neuen Baugebiets dienen, dort, wo heute Acker ist.

(RP)