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Neue Schiffstour macht Wesel attraktiver

Wesel/Emmerich : Neue Schiffstour macht Wesel attraktiver

Ab Donnerstag fährt ein Schiff von Emmerich über Rees und Xanten bis nach Wesel. Kapitän Rainer van Laak hat im Vorfeld Gespräche mit dem Weseler Hafenbetreiber Deltaport geführt und sorgt so für eine neue Touristenattraktion.

In den sozialen Netzwerken sorgte die Nachricht bei vielen schon für Begeisterungsstürme: Die Niederrhein-Flotte aus Rees wird ab Donnerstag auch in Wesel Station machen (wir berichteten). Per Schiff ist Wesel dann für Fahrgäste an die Städte Emmerich, Rees und Xanten angebunden. Touristisch bedeutet das eine Aufwertung für Wesel. Insbesondere für Radfahrer wird es attraktiv sein, ein Teilstück mit dem Rad zu fahren, um zurück das Schiff zu nehmen. Der Reeser Kapitän Rainer van Laak hatte die Verbindung mit dem Weseler Hafen Delta-Port aufgenommen und angefragt, ob Interesse an einer solchen Anbindung bestünde. Dort habe man ihm die Zusage gegeben, berichtet van Laak. Ebenso wie bei den anderen Niederrhein-Städten müsse er keine Anlegegebühr zahlen. „Nur so können wir das Angebot für die Nutzer preislich im Rahmen halten“, sagt van Laak.

20 Jahre hat van Laak in Rees das Schiff „Stadt Rees“ gefahren und Schiffstouren von der kleinen Rheinstadt aus angeboten. Im vergangenen Jahr kam ein Investor aus dem Moselraum, der das Schiff kaufen wollte. Van Laak verkaufte und unterbreitete ihm den Vorschlag, dass er selbst als Kapitän und Geschäftsführer das Schiff weiter auf dem Rhein fahren könne. Dieser Moselinvestor kaufte sogar noch ein Schiff dazu – die Germania in Emmerich. „Er hat das Potenzial der Personenschifffahrt auf dem Rhein entdeckt. Wir erschließen uns nach und nach den Niederrhein.“ Mit beiden Schiffen wird es nun möglich sein, den Schiffsbetrieb nach Wesel zu betreiben. „In der Regel fahren wir mit der größeren Germania“, sagt van Laak. Wenn die allerdings anders gebraucht wird, könne man auch auf die  „Stadt Rees“ umsteigen. Die Germania bietet 600 Plätze und kann 100 Fahrräder aufnehmen. Die Stadt Rees hat Plätze für 250 Personen, 50 Räder kann sie transportieren.

Testweise wird in diesem Jahr an fünf Terminen die Route Emmerich – Rees – Xanten – Wesel und zurück bis Emmerich gefahren. „Wenn sich das bewährt, dann werden wir das Angebot im kommenden Jahr noch ausweiten“, sagt Rainer van Laak. Dann könne er sich vorstellen, im Zweiwochenrhythmus die Strecke zu bedienen. Schon jetzt betreibt er immer mittwochs ein Angebot von Emmerich über Rees bis Xanten. „Das Angebot wird gut angenommen. Immer wieder haben wir da größere Gruppen an Bord.“ An Donnerstagen soll es das erweitere Angebot bis Wesel geben. Rainer van Laak glaubt, dass insbesondere Radfahrer das annehmen. „Wer von Emmerich bis Wesel mit dem Rad fährt, der ist 40 Kilometer unterwegs. Das schafft man ja kaum hin und zurück.“ Eine Fahrt per Schiff zu absolvieren, sei eine gute Alternative. Wobei die Fahrt von Emmerich nach Wesel – strömungsbedingt – länger dauert als von Wesel nach Emmerich. Mit der Strömung ist das Schiff mit 20 km/h unterwegs. Gegen die Strömung fährt es 12 km/h.

Die Fahrgäste können spontan zum Steiger kommen und mitfahren. „Wir fahren auf jeden Fall, ganz gleich, ob es Voranmeldungen gibt“, sagt van Laak. Schon für die zweite geplante Tour gebe es eine Buchung. Eine größere Jugendgruppe aus Emmerich hat sich angemeldet, die nach Wesel fahren will.

So wird die Niederrhein-Flotte nach und nach zur Verbindungslinie auf dem Wasser für die Region. Weiter als nach Wesel soll es allerdings im normalen Betrieb nicht in Richtung Ruhrgebiet gehen. Allenfalls zu besonderen Ereignissen wie dem Kirmesfeuerwerk in Düsseldorf. Dahin fährt van Laak am Freitag – allerdings von Krefeld aus.