Naturschauspiel: Jungstorch-Versammlung in Dingden

Naturschauspiel in Dingden : 48 Jungstörche auf einer Wiese

Junge Weißstörche sind auf dem Weg nach Süden. In Dingden wurden 48 Tiere gesichtet. Auch auf der Storchenroute, aber in umgekehrter Richtung ist „Radlograf“ Andreas Schäfers unterwegs – für Krebshilfe und Stiftung Störche.

Der Niederrhein entwickelt sich immer mehr zum Storchenland. Regelmäßig stellen sichin den letzten Jahren Brutpaare ein, machen bleiben gar über Winter hier. Darüber hinaus waren auch immer wieder mal größere Trupps aus dem Norden zu sehen, die auf dem Weg in südlicher Winterquartiere einen Zwischenstopp einlegten. „Aktuell ist der Wegzug der Störche Richtung Süden in vollem Gange“ berichtet Hans Glader von der Stiftung Störche NRW und schildert ein besonderes Naturschauspiel, das gefiederte Gäste jetzt in Dingden gaben. Die meisten Störche unserer Population, so der Isselburger Glader, haben schon Ende Juli ihre Reise Richtung Süden angetreten. Aber Freitagabend konnte Arnika Schürmann in der Dingdener Heide gleich 47 Weißstörche beobachten.

Schürmann informierte umgehend Glader. Der machte sich selbst auf den Weg und konnte am Samstagmorgen sogar 48 Störche zählen. „Es waren alles Jungstörche aus der diesjährigen Brutsaison“ sagt Glader. „Nur ein Vogel war beringt. Leider konnte der Ring nicht abgelesen werden, weil er stark verkotet war. Woher diese Störche kommen kann somit leider nicht festgestellt werden.“

Andreas Schäfers (links) und Hans Glader in Bislich. Foto: M. Joosten

Hans Glader vermutet, dass es Jungvögel aus weiter nördlich gelegenen Brutgebieten sind. Möglicherweise flögen sie dann auch nur bis Spanien, wo sie dann den Winter verbringen. Auf ihrer Reise Richtung Süden haben sie offenbar die großen Grünlandflächen in der Dingdener Heide entdeckt, um sich hier für den Weiterflug zu stärken. Es sei schon ein toller Anblick, in unserer Gegend so viele Störche zusammen zu sehen, schwärmt Glader. „Hoffen wir, dass sie die nächsten Jahre überleben, denn viele Jungstörche überleben das erste Jahr nicht.“

Ebenfalls auf der Storchenroute, aber in umgekehrter Richtung ist übrigens Andreas Schäfers unterwegs. 40.000 Höhenmeter, 4720 Kilometer Fahrstrecke, neun Gebirge, vier gebrochene Speichen und einen platten Reifen – das war die Zwischenbilanz der „Tour seines Lebens“ bei einem Halt in Bislich. Der 54-jährige Düsseldorfer, der sich selber als „Radlograf“ bezeichnet – weil er ein radelnder Fotograf ist – ist per Fahrrad auf dem Weg vom südlichsten Punkt Europas bis fast an den nördlichsten – von Gibraltar bis zum Nordkap. Der ehemalige Reiseverkehrskaufmann ist in Lagos in Portugal gestartet und hat dann erstmal entlang der Algarve Kurs auf Gibraltar genommen.

„Ich habe meine Route nach geografischen, kulturellen und sportlichen Aspekten zusammengestellt“, berichtet der durchtrainierte Mann, der seine 33 Kilogramm Gepäck – darunter fünf Kilogramm Fotoausrüstung – über die Pyrenäen gebracht hat und sich dann ab Freiburg den Rhein abwärts „fast ausruhen“ konnte, weil der sportlich ambitionierteste Teil da geschafft war. Zuletzt hatte er seine Heimatstadt Düsseldorf erreicht, war dann in Bislich, um sich dort auf dem Deich an der Kirche mit Hans Glader zu treffen.

Dies hat einen simplen Grund: Die Mammut-Radtour ist zum Teil für einen guten Zweck – für Mensch und Tier. Einerseits bekommt die Deutsche Krebshilfe Gelder von rund 30 Sponsoren des Radlografen – und eben auch die Storchen-Stiftung. Ende September will der 54-Jährige am Nordkap ankommen – wenn alles glatt läuft.

(fws/jok)