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Nächster Protest gegen A3-Anschluss an Molkereiweg

Brief an Verkehrsminister : Nächster Protest gegen A3-Anschluss an Molkereiweg

Im Streit um den Bau eines weiteren Autobahnanschlusses an der A 3 zwischen Wesel und Hamminkeln gibt es einen nächsten Protestbrief. Anwohner der Venninghauser Straße in Brünen haben sich nun auch an NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst in Düsseldorf gewandt und gegen einen möglichen Anschluss am Molkereiweg protestiert.

In Hamminkeln wurden zuletzt immer wieder Forderungen laut, den Autobahnanschluss an der A 3 einzurichten und dabei die Venninghauser Straße auszubauen, um dadurch den Anschluss an die Ortsumfahrung Brünen zu erreichen. „Diesem Ansinnen widersprechen wir“, schreiben die Anlieger Gernot Buschmann, Anneliese Hecheltjen und Birte Pieper. Das vorhandene Streckennetz im Raum Wesel und in Richtung des Westmünsterlandes sei völlig ausreichend, um durch Maßnahmen der – auch überregionalen – Verkehrssteuerung eine Entlastung für den Brüner Bereich herbeizuführen. Der Bau einer weiteren Abfahrt nebst Ortsumfahrung in einem ökologisch besonders geschützten Bereich mit einem Kostenaufwand in zweistelliger Millionenhöhe sei „unverhältnismäßig, rechtlich unhaltbar und damit auch politisch unvertretbar“, argumentieren die Anlieger.

Der Brief ist nicht ohne Pikanterie: In der Unterbauernschaft wohnt auch die örtliche CDU-Landtagsabgeordnete Charlotte Quik, die wiederum als ehemalige Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Büro von Hendrik Wüst eine enge Verbindung zum Minister hat. Stößt deshalb der Protest der Anlieger auf mehr Gehör?

Ein solches Verkehrsprojekt sei im Sinne der Bürger und der örtlichen Landwirtschaft. Der Stadtteil Brünen sei stark von Landwirtschaft geprägt, diese Flächen seien für Landwirte unverzichtbar. Das Planvorhaben würde wertvolle Grün- und Ackerlandbereiche durchschneiden, argumentieren die Anlieger. Zudem würde es den Ort Brünen von seinem westlich liegenden landwirtschaftlichen Hinterland trennen und landwirt- und forstwirtschaftliche Nutzflächen durchtrennen. „Die Betriebe sind über Jahrhunderte in der jetzigen Form gewachsen und haben in ihrer Umgebung ihre landwirtschaftlichen Betriebsflächen.“ Es sei nicht auszuschließen, dass Landwirte aufgeben müssen, wenn es zum Bau kommt.

Bereits jetzt sei die Venninghauser Straße ein von Berufspendlern, Motorradfahrern und Lkw vielbefahrener Verkehrsabschnitt. Die Anlieger verweisen darauf, dass die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Jahr 2012 auf 70 km/h herabgesetzt wurde. Die jetzigen Erwägungen würden die Maßnahme von damals ad absurdum führen. Die Anlieger fühlen sich, als würden sie „kalt enteignet“. Auch Naturschutzgründe führen die Anlieger an. Der Planungsraum ist nach dem Landschaftsplan des Kreises Wesel für den „Raum Hamminkeln“ als ökologisch reich strukturiert eingestuft.