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Nach Messerstich und Not-OP ist Weseler (40) nicht mehr in Lebensgefahr

Familienvater (40) außer Lebensgefahr : 25-jährige Weselerin sticht auf ihren Ehemann ein

Am Donnerstagabend eskaliert ein Streit in Wesel: In einem Mehrfamilienhaus nahe des Marien-Hospitals kommt es zu dem schrecklichen Familiendrama, bei dem ein 40-Jähriger lebensgefährlich verletzt wird

Die Nachbarn stehen am Tag danach noch immer unter Schock: „Einfach nur schrecklich!“, sagen mehrere Anwohner der Honnerbachstraße, als sie über das versuchten Tötungsdelikt in dem Mehrfamilienhaus am Abend zuvor berichten. Die Tat selber haben sie zwar nicht beobachtet, wohl aber das Großaufgebot an Rettungswagen und Polizei – und teilweise die Rettungsmaßnahmen sowie die Festnahme der mutmaßlichen Messerstecherin.

Wie die Staatsanwaltschaft in Duisburg am Freitagmittag bekanntgab, sei am Donnerstag gegen 21.45 Uhr in einer Wohnung an der Honnerbachstraße unweit des Marien-Hospitals offenbar ein Ehestreit eskaliert. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler soll die 25 Jahre alte Ehefrau dabei ihren Mann mit einem Messer am Oberkörper schwer verletzt haben. Das 40-jährige Opfer kam mit lebensgefährlichen Verletzungen in ein Krankenhaus und wurde dort notoperiert. Der Mann ist mittlerweile außer Lebensgefahr.

Die Polizei nahm noch am Tatabend auf der Honnerbachstraße die mutmaßliche Täterin fest. Besonders tragisch: Bevor die Verdächtige abgeführt werden konnte, musste für den Verbleib der drei kleinen Kinder und des Hundes gesorgt werden. „Die Kinder und auch der Hund sind jetzt aber erstmal in guter Obhut“, erklärt eine Nachbarin.

Die Duisburger Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen. Doch die Aufklärung des Verbrechens gestaltet sich offenbar schwierig, da die Beschuldigte bis Freitag noch nicht vernehmungsfähig war.

Am Tatort selber sind am Freitag die Fenster der Wohnung zugehängt, am Zaun vor dem Eingang hängt noch ein Stück Flatterband mit dem Aufdruck „Polizeiabsperrung“. Auf dem Balkon sonnt sich eine Katze neben Kinderspielzeug. Alles wirkt eigentlich ganz friedlich. Doch laut Angaben der Nachbarn hat es bereits mehrmals Konflikte und auch Polizeieinsätze in dem Mehrfamilienhaus gegeben.

Eine Anwohnerin sagt, sie habe schon mehrfach Streit der Eheleuter miterlebt, bei dem es „nicht nur ums Tischabräumen“ gegangen wäre: „Das war so laut, das konnte man bis auf die andere Straßenseite hören.“ Ein Nachbar berichtet, er habe schon mehrfach die Polizei alarmiert, weil es seit längerer Zeit massive Drogenprobleme in der Honnerbachstraße gebe. Er wundere sich nur, dass die Ordnungshüter nicht viel mehr kontrollieren würden. Erst 2019 seien in dem Mehrfamilienhaus zwei Menschen an einer Überdosis gestorben. Der aktuelle Fall des versuchten Tötungsdeliktes sei „besonders tragisch wegen der kleinen Kinder“. Er war dabei, als die Tatverdächtige abgeführt wurde. „Das war gar nicht so einfach: Die hat sich heftig gegen die Festnahme gewehrt“, sagt der Nachbar.

(jok)