Wesel: Nabu und Jäger räumen an Lippemündung auf

Wesel : Nabu und Jäger räumen an Lippemündung auf

Eine kleine Party mit Freunden am Wasser. Gesessen wird auf kleinen mitgebrachten Teppichstücken, während sich die Gemeinde am mitgebrachten Bier bedient. Sobald die Feier an der Lippemündung beendet ist, gehen alle nach Hause - und lassen ihren Müll zurück.

Sie sind nicht die einzigen, die ihren Müll nicht richtig entsorgen. Der kurze Weg von der Straße bis zu den Wiesenflächen lädt offenbar viele dazu ein, ihren Müll los zu werden. Ob fertig verpackt in Müllsäcken oder lose in die Natur, das scheint dabei egal zu sein. Aber nicht nur auf den umliegenden Wiesen ist Müll ein Problem. Im Bereich der Lippemündung sammelt sich viel Abfall am Rand des Wassers, was für die große Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren gefährlich ist.

Aus diesem Grund organisierte der Nabu dieses Jahr zum zweiten Mal eine große Aufräumaktion, um dem Plastikmüll im Gewässer und Umgebung den Kampf an zu sagen. Etwa 30 Mitglieder, unter anderem auch aus Xanten, im Alter zwischen sechs und über 60 Jahren beteiligten sich. Gemeinsam nutzten sie am vergangenen Samstag die Zeit von 10 bis 13 Uhr um das Mündungsgebiet der Lippe vom schädlichen Plastikmüll zu befreien.

Gefunden haben die Beteiligten allerlei Kuriositäten. Angefangen bei Plastikverpackungen von Kühlschränken, über Rollkoffer bis hin zu Gastanks. Die Aktion ist laut Kreisvorsitzenden Peter Malzbender ein Gemeinschaftsprojekt, da sich auch örtliche Jäger beteiligten. Nach gut einer halben Stunde war so bereits der erste Anhänger befüllt. Zusammengekommen sind insgesamt mehrere Schubkarren voller Müll. Die ASG Wesel unterstützte die Naturschützer mit Greifzangen, Müllsäcken und dem Angebot, den gefundenen und gesammelten Müll kostenfrei abzunehmen.

Aber nicht nur größere Müllstücke sind ein Problem für die Natur und ihre Bewohner. Besonders kleine Wattestäbchen, die durch die Toilette gespült werden, können gefährlich werden. Die Kläranlagen können diese nicht aus dem Wasser filtern und so gelangen sie in die Gewässer. Auf Grund ihrer Größe können sie leicht von Vögeln verschluckt werden, sollten sie zufällig nah an ihrer Beute, den Fischen, schwimmen. Die Vögel verenden dann an dem Plastik. Es gibt eine weitere Bedrohung. Wenn das Plastik lange genug im Wasser schwimmt, wird es zu Mikroplastik, welches - einmal im Körper - auch für den Menschen gefährlich werden kann. "Wir machen das hier im Interesse der Tiere, aber auch der Menschen", sagte Nabu-Chef Peter Malzbender dazu. Um diesem Problem aus dem Weg zu gehen, ruft er dazu auf, auf keinen Fall Wattestäbchen in der Toilette zu entsorgen.

(hs)
Mehr von RP ONLINE