Muziek Biennale auch in Schermbeck

Schermbeck : Morgenstern-Trio in der Georgskirche

Erstmals wird in diesem Jahr auch Schermbeck in die Muziek Biennale Niederrhein einbezogen – mit einem Konzert am kommenden Sonntag.

(hs) Am Sonntag, 23. September, tritt um 17 Uhr das Morgenstern-Trio in der Georgskirche auf. Es wurde 2005 an der Essener Folkwang-Hochschule gegründet. Die Weselerin Catherine Klipfel (Klavier) spielt an der Seite von Stefan Hempel (Violine) und Emanuel Wehse (Violoncello). Dekoriert mit den höchsten Preisen und Auszeichnungen, ist das Trio auf den wichtigsten Podien der Welt zu Hause. Dazu zählen die Carnegie Hall in New York oder das Concertgebouw Amsterdam.

Die Themen-Vorgabe „Verboten“ der Muziek Biennale erfüllt das Trio mit Kompositionen von Lili Boulanger. Die vor 125 Jahren in Paris geborene französische Komponistin schrieb als 19-Jährige Musikgeschichte, indem sie einen bislang den Männern vorbehaltenen Musikpreis, den Rom-Preis, gewann. Das wurde ihr nicht leicht gemacht. Die Zeitschrift „Musica“ fasste ihre Leistung zusammen mit den Worten: „Damit kein Irrtum aufkommt: Der Sieg ist hart verdient. Es war nicht so, dass die Juroren ihr ritterlich den ersten Platz überließen. Im Gegenteil, sie verfuhren mit dem 19-jährigen Mädchen sogar noch strenger als mit den übrigen Bewerbern. Die Frauenfeindlichkeit der Jury war bekannt. Der Eintritt einer Eva in das irdische Paradies der Villa Medici wurde von gewissen Patriarchen als totale Katastrophe gefürchtet.“ Zum Programm des Schermbecker Konzerts gehören auch Kompositionen von Felix Mendelssohn Bartholdy und Franz Schubert, darunter ein Werk von Mendelssohn-Bartholdy, das sich mit jüdischer Musik befasst und im Dritten Reich verboten war.

Eigentlich sollte an diesem Tag ein ganztägiges Beiprogramm geboten werden, das sich mit der jüdischen Kultur in Schermbeck befasst, aber es meldeten sich nur zwei Personen, um an einer Fahrradtour in den Westen Schermbecks und an einer Wanderung im Ortskern zum Jüdischen Friedhof teilnehmen wollten.

Jetzt wird es nur ein kleines Zusatzprogramm am Ende des Konzertes in Schermbeck geben. Pastor Wolfgang Bornebusch bietet den Besuchern an, ihnen den dreiflügeligen Altar der Georgskirche vorzustellen. Das Schermbecker Altarbild, das in den Jahren 1948 bis 1954 vom Moerser Restaurator Richard Perret grundlegend überarbeitet wurde, wurde im Jahre 1506 vollendet. Die Kunsthistoriker schreiben die Herstellung des Altars der Malerschule des Weseler Malers Derick Baegert zu.