Wesel: Musik wie von Rotkehlchen

Wesel: Musik wie von Rotkehlchen

Musikschüler spielten am Samstag groß auf. Es gab Stücke moderner Komponisten und einige Klassiker. Eine Solistin trumpfte besonders auf.

Mit einem wunderbaren Konzert haben die Schüler der Musikschule am Samstag ihre Eltern, Großeltern, Freunde, Musikliebhaber beschenkt. Eine beinahe riesige musizierende Truppe besetzte das ganze breite Podium. Vorn "Die jungen Streicher", neun bis 13 Jahre alt, rund herum auch ältere Schüler. Musikschul-Leiterin Dagmar Beinke-Bornemann in ihrer Begrüßung: "Während der Herbstferien haben wir ja tüchtig geprobt, auch noch die letzten Wochenenden hier." Klingen sollte es doch." Sie verwies auf den Dirigenten Christoph Oehmen, der in einem solchen Fall immer sagt: "Wenn ihr Bücher lest, spürt ihr doch die Atmosphäre des Ganzen zwischen den Zeilen heraus. Bei der Musik, nicht bei den Angaben wie piano, lento, forte hängen bleiben. Hier zum Beispiel muss es klingen wie Rotkehlchen in ihren Bäumen singen."

Also, "Die jungen Streicher" legten los. Keine Geige wurde besägt, mit diesem Anfangsmodus, den die meisten erst überwinden müssen. Vier Klanggeschichten von modernen Komponisten wehten durch die Aula der Musikschule, voller Leuchtkraft und Geheimnis, verschattet von Heimweh, mit neu erwachten Emotionen (ein Solo der zwei ersten Geigen mit Klavier), dann die tolle Russian Fantasie.

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Nach der Pause das Jugendorchester, die "Großen", es sind wirklich auch einige Absolventen aus reiner Lust dabei. Irene Hontecillas hat dem Oehmen beim Einüben der Instrumentalisten geholfen. Die Variationen über ein Thema von Tschaikowsky op. 35a von Anton Arensky wogten in ihrer Vielfalt staunenswert gut daher. In Saint-Saëns Violoncellokonzert Nr. 1 a-Moll, op.33 - der Satz Allegro non troppo wurde gespielt von der Solistin Philine Scheelhaase. Und wie! Als hätte sie ihr Leben lang nichts anderes getan, als auf dem Podium vor dem Orchester den Bogen zu führen. Zwei Sätze aus Schuberts Symphonie Nr. 5 B-Dur mit einer bezaubernden Flötenmelodie im Allegro betörten die Ohren. "The Rock", eine umwerfende Spielmusik mit Pauke und Blechbläsern von Hans Zimmer, schlug hohe Wellen. Und wie spielte überhaupt das ganze Orchester? Wie Rotkehlchen in ihren Bäumen singen.

(RP)