Schermbeck: "Musik in Rodehorst": spannend bis zum SchlussSanierung: Gemeinden und Sponsoren zahlen

Schermbeck: "Musik in Rodehorst": spannend bis zum SchlussSanierung: Gemeinden und Sponsoren zahlen

Junge Künstler an Klarinette und Klavier aus dem Umfeld der Kölner Musikhochschule machten den Auftakt der Rodehorster Konzerte 2010. Räumliche Nähe von Musikern und Lauschenden garantierte in der Remise wie stets ein gemeinsam empfundenes, umso reicheres Musikerlebnis. Die Klarinette, oft liebevoll als "Schwarzwurzel" verulkt, doch 2008 als Instrument des Jahres zu Ehren gelangt, wurde präsentiert als klassisches Soloinstrument von weitem Tonumfang und prächtigen Farbnuancen; Christine Stemmler, Jahrgang 1986, umgibt sie mit besonderer Aura.

Allein diese enorme Wärme des Tons, die sie dem tiefen Chalumeau-Register entlockt, aber auch ihre Art, mit inspirierter Weitsicht eine Phrase zu schönster Blüte zu treiben. Ihr gelingt, selbst Alban Bergs vier Stücke op.5, die, tonal losgelöst, gleich entspannten Gedanken hier- und dorthin schwirren, zu poetischer Aussage zu verbinden. Mit einem französischen Praliné von Poulenc (Sonata für Klarinette und Klavier) startete der Abend. Stemmler entfaltete nach kecker, atonaler Introduktion ein samtweiches Klangbild, das in der hingebungsvollen Romanza, ruhend auf unerschütterlicher Luftsäule, seinen Fortgang nahm. Kraftvolle, clowneske Energie, aus purer Spielfreude geboren, forsch im Flageolettregister und auf einen herrlich schwebenden Triller endend, entsprach Poulenc' Vorliebe für Elemente der U- und Volksmusik.

Versteckter Jazzappeal

Mit gleicher Kraft war von Webers neckisches Jägerlatein in "Grand Duo concertant", 1.Satz, inszeniert. Lebhaft geformte Kantilenen mit gelegentlichem versteckten Jazzappeal prägten das Rondo. Brahms' Sonate für op. 120,1 zum Finale (vor zwei begeistert geforderten Zugaben!) begann im Wechsel von rhythmisch-heftigen und stillen Szenen, letztere wohlgefällig gerundet von einem sich verströmenden Sostenuto.

Spannend bis zum Schluss blieb dieses spätromantische Werk: sorgsam, vom Piano behütete Wehmut im 2.Satz, nachfolgend ein burschikoser Ländler und lebensfrohe Juchzer im Vivace. Christoph Schnackertz als sensibler Klavierpartner begab sich im "Duo concertant" auf flink federnden Gleichschritt mit der Klarinette und malte ihr in oberen Klavieretagen feingeistige, zauberische Hintergründe, vermochte aber auch, mit donnernden Bässen die finsterste Alban-Berg-Kulisse zu errichten.

Schermbeck (jn) Dass es einen politischen Konsens gibt, das Bad zu erhalten, daran ließ Jürgen Trick von den Grünen während des Fachgesprächs keine Zweifel. Die Politiker nutzten die Chance, die Experten aus Hünxe und Alpen nach dem Sanierungsbedarf der beiden Bäder zu fragen, denn in Schermbeck liegt dieser laut einem Gutachten bei 2,5 Millionen Euro.

"In Hünxe reservieren wir pro Jahr 30 000 Euro für notwendige Reparaturen", erläuterte Christian Drummer-Lempert. Darüber hinaus werde eine Rücklage für eine Rund-um-Sanierung, in Kooperation mit der Gemeinde, gebildet. "Denn als wir den Betrieb übernommen haben, stand fest: Schaffen wir es, dass sich das Hallenbad trägt, ist die Verwaltung in der Pflicht, sich an einer Grunderneuerung finanziell zu beteiligen", sagte der Sprecher der "Schwimmfreunde". Derzeit werde ein Gutachten erstellt. Im Frühsommer sollen erste Ergebnisse feststehen. "Unsere Rücklage liegt derzeit jenseits der 100 000 Euro."

In Alpen wurde das Bad ebenfalls nicht renoviert an den Trägerverein übergeben. "Um die Substanz erhalten zu können, fließen pro Jahr 70 000 Euro ins Bad", sagte Peter Nienhaus. 40 000 Euro zahle die Gemeinde, über 30 000 Euro der Verein. "Zudem haben wir Kooperationen mit RWE genutzt, um beispielsweise über eine Solarkollektoren-Anlage das Wasser aufzuwärmen." Die Verwaltung in Alpen sorge ebenfalls dafür, dass Gelder nun aus dem Konjukturpaket II in energetische Sanierungen fließen.

Engelbert Bikowski (CDU) hielt es für realistisch, dass sich durch den Einsatz eines Trägervereins die Sanierungssumme von 2,5 Millionen drücken lässt: "Es gibt sicherlich auch andere Möglichkeiten, mit Lieferanten zu verhandeln."

(RP)