Niederrhein: MSV gegen Magdeburg ein Hochrisikospiel

Niederrhein : MSV gegen Magdeburg ein Hochrisikospiel

Sportlich steht viel auf dem Spiel. Die Zebras empfangen als Spitzenreiter der Dritten Liga den Tabellenzweiten 1. FC Magdeburg. Da der MSV sieben Punkte Vorsprung hat, würde ein Duisburger Sieg so etwas wie eine kleine Vorentscheidung im Aufstiegsrennen bedeuten. Für das brisante Spiel am morgigen Freitag, 18.30 Uhr, gibt es an den Tageskassen keine Karten.

Zu dieser außergewöhnlichen Maßnahme greift der Verein, weil es offenbar Hinweise gibt, dass Hooligans ins Stadion möchten, die zum Teil aus Ostdeutschland anreisen wollen, aber auch aus Duisburgs Nachbarschaft stammen könnten. Magdeburg hat für seine Fans rund 2200 Tickets geordert. Die Polizei hat die Begegnung an der Wedau als Hochrisikospiel eingestuft und bereitet sich entsprechend vor. Die MSV-Fans, die pünktlich im Stadion sein wollen, sollten sich darauf einrichten, dass die Anfahrt länger dauert.

"Es gibt klare Hinweise, dass mit dem zum großen Teil friedlichen Anhang des 1. FC Magdeburg auch Hooligans aus anderen Vereinen anreisen wollen - nicht nur, um das Spiel in Duisburg zu besuchen, sondern eventuell auch, um an den Karnevalstagen im Rheinland zu erscheinen", schreibt der MSV auf seiner Internetseite. Neben dem gestrichenen Verkauf von Tageskarten ist auch ein Online-Ticketkauf nicht möglich.

Der MSV hofft, mit dieser Regelung zu verhindern, dass Zuschauer kommen, die man nicht im Stadion haben will. "Um es deutlich zu machen: Wir wollen keine Angst verbreiten und knicken auch nicht vor Gewalt ein. Wir wollen mit unseren umfangreichen Maßnahmen alle Möglichkeiten für ein friedliches Fußballfest ausnutzen. Dass solche Maßnahmen notwendig sind, ist allerdings traurig, zumal wir durch den fehlenden Tagesverkauf bei sonst bis zu 3000 verkauften Tickets auch deutliche finanzielle Einbußen in Kauf nehmen müssen", sagt Peter Mohnhaupt, MSV-Geschäftsführer. Eintrittskarten für das Spitzenspiel gibt es nur noch am heutigen Donnerstag im ZebraShop in der Schauinslandreisen-Arena und in allen Vorverkaufsstellen.

Die Polizei wendet sich mit einem Fan-Brief an die Zuschauer des Spiels und weist darauf hin, dass bei der Anreise mit Verkehrsstörungen zu rechnen sei und die Parkplätze begrenzt sind. Wer auf den Öffentlichen Nahverkehr umsteigen will: Wie immer werden Zusatzbusse eingesetzt. Geöffnet sind die Eingänge zum Stadion bereits ab 16.30 Uhr, so dass alle, die frühzeitig kommen, trotz der Zeitverzögerungen bei den Kontrollen keine Probleme haben sollten, pünktlich zum Anpfiff auf den Rängen zu sein.

(RP)