Wesel : Moor & More

Zum Schutz von Moorböden und Tieren: NRW-Umweltministerin Christina Schulze Föcking gratuliert zum Abschluss des Projekts Bodensaure Eichenwälder.

Ganz dezent klopfte sich Klaus Lorenz, Vorsitzender der Biologischen Station im Kreis Wesel, gestern selbst auf die Schulter: "Wir haben es geschafft, dass der Artenschutz in diesem Lebensraum wieder aufblühen kann. Und dass wir dabei den Kosten- und Zeitrahmen eingehalten haben, ist ja heute auch keine Selbstverständlichkeit mehr." Zu feiern gab es bereits vorab den Abschluss zweier großer Naturschutzprojekte im Kreis Wesel, für die in den vergangenen Jahren insgesamt 6,4 Millionen Euro bereitstanden: Das Life+-Projekt "Bodensaure Eichenwälder mit Mooren und Heiden" bei Wesel läuft seit 2012 und wird im Juni dieses Jahres zu Ende gehen. "Orsoyer Rheinbogen im Vogelschutzgebiet Unterer Niederrhein" heißt das zweite Life+-Projekt, dieses ist ein Jahr jünger und endet bereits in zwei Wochen.

Dem Anlass entsprechend war unter anderem Christina Schulze Föcking (CDU), Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, in die Rheinstadt gekommen und lobte die Umsetzung in höchsten Tönen: "Dies waren zwei ambitionierte Projekte, die sie mit großem Erfolg zum Abschluss bringen. Herzlichen Glückwunsch und Dank dafür." Sie erinnerte daran, dass neben 3,2 Mio. Euro EU-Mitteln auch 2,8 Millionen Euro vom Land NRW in die beiden Projekte geflossen sind. Doch dieses Geld sei gut angelegt, ergänzte die Ministerin: "Die beiden Projekte kommen nicht nur der Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch den Mensch zugute." Schulze Föcking nannte zudem die Wertschöpfung für die Region: "Unter anderem gingen Aufträge an regionale Firmen. Und die Gebiete sind für den Naturtourismus attraktiver gemacht worden."

Landrat Ansgar Müller bezeichnete beide Naturschutzprojekte sogar als "Paradebeispiele", die jetzt auch den Menschen als Rückzugsraum und Ort der Ruhe dienen. Natur- und Umweltschutz sei Teil der Identität des Kreises Wesel. Zwar feiere man nun den Abschluss diese beiden Projekte, doch: "Der Naturschutz im Kreis Wesel endet heute nicht." Klaus Kretschmer von der Bio-Station stellte das Projekt Bodensaure Eichenwälder mit Mooren und Heiden vor: Unter anderem wurden 17,2 Hektar Nadelwald in Eichenwald umgewandelt, 2,5 Hektar Heide am Schwarzen Wasser angelegt und auf 580 Hektar die amerikanische Traubenkirsche bekämpft. Außerdem wurden mehrere Gewässer optimiert - ganz zur Freude hier mittlerweile fast unbekannt gewordener Tier- und Pflanzenarten. Beispielhaft nannte Kretschmer den Moorfrosch, die Große Moosjungfer und den Hirschkäfer.

(jok)
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