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Hamminkeln: Mit Elektroautos Gas geben

Hamminkeln : Mit Elektroautos Gas geben

Mehrhooger Elektromeister Frank van Rienen, Experte für Photovoltaikanlagen, will sich zusätzliche Standbeine schaffen und ab 2010 den Vertrieb von Elektrofahrzeugen starten. Auch Solartankstellen sind im Fokus.

In Sachen regenerative Energien ist Elektromeister Frank van Rienen Experte. Schon Mitte der 90er Jahre, als das Thema alternative Stromerzeugung aus Wind und Sonne vielfach noch als Randthema belächelt wurde, war der junge Existenzgründer aus Mehrhoog bereits Feuer und Flamme für Photovoltaik, Biokraftstoffe und Co – aus persönlicher Überzeugung. So fahren seit 2002 mehrere seiner Firmenfahrzeuge mit klimafreundlichem Pflanzenöl. Um beim Thema Fahrzeuge zu bleiben: Auf der kürzlich zu Ende gegangenen Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt fuhr der mittlerweile 39-jährige Familienvater einen Tesla-Elektrowagen.

Er mag es, Vorreiter zu sein

"Solchen Autos gehört die Zukunft", ist sich Solar-Fachmann van Rienen sicher. Zumal klar ist, dass die weltweiten Erdöl-Reserven in den nächsten 30 bis 40 Jahren zur Neige gehen. Als Vorreiter, der er immer schon war, möchte er bereits im ersten Quartal 2010 den Vertrieb von Elektrofahrzeugen und Elektromotorrollern übernehmen. Mit ihrer Reichweite von gut 100 Kilometern eignen sich diese Fahrzeuge gerade auch für Leute, die kürzere Strecken fahren", sagt van Rienen. "Der Strom dazu kommt aus einer ganz normalen Steckdose." Doch damit nicht genug. Zusammen mit seinem Nachbarn, dem Zimmermeister Bernhard Bastek, plant er den Bau mehrerer Solartankstellen. Diese mit Photovoltaik-Modulen ausgestatteten Holz-Unterstände könnten, so van Rienen, bei Unternehmen stehen, die ihren Mitarbeitern Elektrofahrzeuge zur Verfügung stellen.

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Modulfabrik in der Türkei

Parallel dazu arbeitet der Mehrhooger zusammen mit einem Partner aus dem Sauerland am Aufbau einer Modulfabrik in der Türkei. Die Maschinen stammen aus den Niederlanden. "Neben steuerlichen Vorteilen spricht für den Standort Türkei, dass es in dem Land noch keine Modulfirma gibt und der Bedarf nach Photovoltaikanlagen zweifelsohne in den nächsten Jahren steigen wird", ist van Rienen überzeugt. Der Unternehmer, der 1996 in einer Garage begann und vor zwei Jahren das neue Firmengebäude an der Vennstraße bezogen hat (26 Mitarbeiter), ist auch in Rumänien aktiv und hält 50 Prozent der Anteile an einer Firma in Kroatien, die dort einen Solarpark aufbauen will.

Viel Zeit, sich um Projekte im Ausland zu kümmern, hat er nicht. Seit die Preise für Solarmodule gefallen, Kredite zu vergleichsweise günstigen Preisen zu bekommen sind, boomt das Geschäft mit Photovoltaikanlagen. "Die Leute haben verstanden, dass zum jetzigen Zeitpunkt mit den Solaranlagen auch bei Vollfinanzierung Geld verdient werden kann, da es 20 Jahre lang eine staatlich garantierte Einspeisevergütung gibt", sagt van Rienen, einer der Partner des 500-Dächer-Programms der Weseler Verbands-Sparkasse. Dass er selbst schon seit Jahren CO2-freien Solarstrom ins öffentliche RWE-Netz einspeist, versteht sich von selbst.

(RP)