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Wesel: Millionen für den Stadthafen

Wesel : Millionen für den Stadthafen

Überraschender Coup: Damit sich der Logistikdienstleister Rhenus bis 2038 im Stadthafen ausbreiten kann, schaffen die Stadtwerke die Voraussetzung. Für zehn Millionen werden Kaimauer und Bahnschienen erneuert.

Das Bild des Weseler Stadthafens wird sich in den nächsten Jahren deutlich verändern. Denn der international agierende Logistikdienstleister Rhenus Port will im Hafengebiet den Umschlag von Schütt- und Stückgütern ausbauen und hat deshalb mit den Stadtwerken einen bis Ende 2038 datierten Vertrag unterzeichnet. Doch bevor Rhenus Port Logistics in die Sanierung beziehungsweise in den Bau von Boxen beziehungsweise Hallen für die Lagerung von Soja, Dünge- und Futtermittel, Kies, Sand, Getreide, etc. investiert, sind zunächst die Stadtwerke am Zuge, die Voraussetzungen für die Rhenus-Investition zu schaffen.

Zehn Millionen Euro, so schätzt Stadtwerke-Geschäftsführer Franz Michelbrink, werden für den Bau der neuen Kaimauer und der Gleisanlagen bis zur Fischertorstraße nötig sein. Durch den langfristigen Vertrag mit Rhenus sei die Refinanzierung gesichert, betont der Stadtwerkechef. "Die jetzt vereinbarte Zusammenarbeit ist nicht weniger als der Durchbruch bei unseren Bemühungen, den Stadthafen als Logistikstandort langfristig und nachhaltig abzusichern. Darüber bin ich sehr froh", sagte Michelbrink gestern.

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Schon in den nächsten Wochen wird der städtische Betrieb ASG mit den ersten Rodungsarbeiten auf dem Brachgelände im Bereich zwischen Fischertorstraße und dem Garant-Tanklager beginnen. Bis zum Frühjahr 2014 wird vor der maroden Kaimauer, die zum Teil schon seit Jahren komplett gesperrt ist, ein nagelneuer Pier entstehen. "Der Damm, der gut 100 Jahre halten soll, wird einen Meter vor die bestehende Kaimauer gesetzt", erklärte Michelbrink gestern bei der Vorstellung der ehrgeizigen Pläne, die Wesel als Logistikstandort stärken sollen.

Sobald das erste Teilstück des neuen Hafendamms fertig ist und eine nagelneue Schienenstrecke für Güterzüge in Betrieb genommen werden kann, kommt die Firma Rhenus ins Spiel, der unter anderem mehrere Flächen direkt neben dem großen RWZ-Speicher gehören. Das Gelände soll befestigt werden, Verladeanlagen für Rheinschiffe sowie Lagerhallen gebaut werden.

"Wir sind von der Zukunftsfähigkeit und den wirtschaftlichen Potenzialen des Stadthafens fest überzeugt. Seine Lage unmittelbar am Rhein zwischen den europäischen Seehäfen und dem Duisburger Hafen sowie die Anbindung an die Rheinbrücke, die Hafenbahn und die geplante Umgehungsstraße bieten ausgezeichnete Verbindungen mit der Region und dem Hinterland", zählt Rhenus Port-Geschäftsführer Dr. Andreas Schmidt die Vorteile des Stadthafens auf. Der wird bekanntlich wichtiger Teil der neu gegründeten Kreis-Weseler-Hafengesellschaft Delta Port.

Den Vertragsabschluss bewertete gestern auch die Weseler CDU positiv. "Es ist ein positives Signal für die anderen im Hafen ansässigen Firmen", so Fraktionschef Jürgen Linz. "Dies führt zu einer Stärkung des Logistik-Standortes und sichert Arbeitsplätze vor Ort."

(RP/rl)