Wesel: Methode soll Brustkrebs-Narben verringern

Wesel : Methode soll Brustkrebs-Narben verringern

Die autologe Fett-Transplantation soll Narben und Verformungen reduzieren, unter der eine Brustkrebspatientin leidet. Dr. Daniela Rezek stellt die Methode im kommenden Jahr auf einem Symposium in Paris vor.

Die Brustkrebs-Therapie entwickelt sich weiter, die Anwendungen werden immer verträglicher. Während früher die Strahlentherapie bei Brustkrebs-Patienten erhebliche Hautschäden hinterließ, sind die modernen Verfahren schonender. Doch leiden auch heute noch viele Betroffene unter der alten Bestrahlungsvariante, die an den behandelten Stellen Dellen, dunkle Haut und auch unschöne Narben verursachten und von der sich die Haut im Brustbereich nicht richtig erholen kann. Heute gibt es eine Behandlung, die der Haut bei der schnelleren Regenerierung hilft: die autologe Fett-Transplantation.

"Fett ist nicht nur ein Füllstoff, sondern besitzt auch eine regenerative Wirkung als Wachstumsorgan", erklärt Dr. Daniela Rezek, Chefärztin der Senologie am Marien-Hospital. Bevor die autologe Fett-Transplantation erfolgen kann, müssen mehrere Voraussetzungen erfüllt sein. Zunächst untersucht die Ärztin die Patientin gründlich, bei der die Strahlung, so Rezek, "drei Jahre zurückliegen sollte, um Risikofaktoren auszuschließen".

Foto: Fotalia

Wenn die Zeit nicht eingehalten werde, können Tumorzellen wieder aktiviert werden, weil die im Fett enthaltenen Wachstumshormone diese befeuern. Mithilfe eines Ultraschalls und der Mammografie stellt sie fest, ob die Brust grundsätzlich gesund ist. Zusätzlich ist wichtig, dass die Patientin nicht raucht und ein "gewisses Fettdepot" besitzt. Sobald alle Bedingungen erfüllt sind, kann Daniela Rezek einen Termin für die Operation vereinbaren.

Die operative Prozedur besteht aus mehreren Schritten. Zunächst saugt die Ärztin überschüssiges Fett aus Bauch, Oberschenkel oder Po der Patientin in spezielle Behälter ab. Darin wird Fett, das formbar und weich ist, aufbereitet und von Entzündungszellen, Öl und Bindegewebe gereinigt. Anschließend transplantiert die Ärztin das Fett mit dünnen Nadeln, die wie "Häkelnadeln" aussehen,Tropfen für Tropfen unter die beschädigte Brust.

Diese Nadeln hinterlassen keine Narben, weder an Spender- noch an Empfängerstelle, somit ist es kein großer invasiver Eingriff. Früher dagegen gab es diese Technik nicht und es wurden ganze Muskellappen entfernt, die Haut trug, so Rezek, "größere Schäden davon".

Die Operation dauert zwei bis drei Stunden, die Patientin ist dabei voll narkotisiert. Danach bleibt die Patientin maximal drei Tage stationär im Krankenhaus.

"Insgesamt sind manchmal, je nach Größe des Defektes, zwei oder drei Fett-Transfers notwendig", erläutert Rezek, die im nächsten Jahr die verfeinerte Methode zusammen mit anderen beteiligten Ärzten auf einem Symposium in Paris vorstellt. Wenn es lediglich um die Hautregeneration geht, reiche eine Behandlung in der Regel aus.

Die Hautregeneration setzt nach etwa vier Wochen ein, anschließend müsse die Patientin einen bestimmten Zeitraum warten, der individuell bewertet wird, da sich die Haut erst weitreichend erholen müsse. "Es dauert alleine zwei Wochen, bis sich neue Gefäße bilden", sagt die Chefärztin der Senologie, die bereits über 100 dieser Operationen durchführte. Wie es funktioniere, hänge auch von Indikatoren ab, wie groß die Fläche ist und wie viel Gewebe zerstört ist. Der Effekt nach der Behandlung ist deutlich zu sehen: Vorher dunkel verfärbte Haut hellt auf, Verformungen und Narben durch die alte Bestrahlung lassen sich reduzieren, die Weichteilkontur der Empfängerregion verbessert sich und die Haut regeneriert schneller. Allgemein verändert sich die Oberflächenstruktur positiv. Für Brustkrebspatienten kann es eine wertvolle Verbesserung darstellen und das Hautbild positiv verändern.

(ten)