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Wesel: Mehrheit im Rat stimmt für Schütz als neuen Kämmerer

Wesel : Mehrheit im Rat stimmt für Schütz als neuen Kämmerer

Mit deutlicher Mehrheit hat der Rat gestern beschlossen, Wesels Ersten Beigeordneten Klaus Schütz (CDU) zum 1. Februar 2018 zum neuen Kämmerer zu bestellen. Damit wird er Nachfolger von Paul-Georg Fritz (Grüne), dessen Arbeit von SPD und CDU schon seit Jahren äußerst kritisch gesehen wird. Die Entscheidung für Klaus Schütz fiel in geheimer Abstimmung, die Norbert Segerath (Linke) beantragt hatte. Das Ergebnis: 38 Ja-Stimmen, fünf Nein-Stimmen, fünf Enthaltungen. SPD und CDU hatten Schütz in einem gemeinsamen Antrag vorgeschlagen.

Bevor die 48 Ratsmitglieder zur Wahlurne schritten, gab es eine hitzige Debatte. Grünen-Sprecher Ulrich Gorris und die Vertreter der anderen "kleinen" Fraktionen beklagten den Umgang der "Weseler Groko" mit dem "gesetzestreuen und loyalen Kämmerer", der in den vergangenen drei Jahren praktisch für alles verantwortlich gemacht worden sei. Unter anderem warf Gorris SPD und CDU vor, dass diese bei der Aufstellung des Haushaltes Dinge von Fritz gefordert hätten, "die kein Mensch erfüllen kann: Einerseits dürfen Steuern nicht angehoben, andererseits dieses und jenes Projekt nicht gestrichen werden". Gorris sprach außerdem davon, dass ihn zahlreiche Leute angesprochen hätten, die ebenfalls den Umgang mit dem Kämmerer scharf kritisieren würden. Und dann sprach er noch davon, dass im Rathaus Verwaltungsmitarbeiter demotiviert würden, weil es oft heiße, "das will SPD-Chef Hovest nicht". Genau das bereite ihm Sorge. Denn, so Gorris: "Eine solche Stimmung kann Leute vertreiben. Wir sind auf einem schlechten Weg."

Wie Thomas Moll (Wir für Wesel), so kritisierten auch Segerath ("Der Umgang mit Herrn Fritz war unseriös"), der Pirat Manfred Schramm ("Schlecht für das Ansehen der Stadt") und FDP-Fraktionschef Peter Berns ("Die Vorwürfe treffen nicht zu, wir werden uns der Stimme enthalten") die Art und Weise, wie der Kämmerer nun aus dem Amt gedrängt werde.

Natürlich meldeten sich zum Ende des verbalen Schlagabtausches auch die Fraktionsvorsitzenden Jürgen Linz (CDU) und Ludger Hovest (SPD) zu Wort. Linz betonte, das es "völlig normal" sei, was da geschehe: "So etwas passiert auch in Kliniken." Damit spielte er auf den kürzlich vollzogenen Geschäftsführerwechsel im Marien-Hospital an.

Hovest erinnerte an die Fritz-Vorgänger Manfred Busch und Gabriele C. Klug, die "als Kämmerer Power gehabt haben. Da sind wir verwöhnt worden von den Grünen". Unter anderem Ärger mit Straßenkosten-Abrechnungen im Schillviertel hätten zu einer "schleichenden Entfremdung" von Fritz geführt. "Es wurde nicht offen mit uns umgegangen, wir haben kein Vertrauen mehr."

(RP)