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Marienthal: Traum vom Seminarhaus im Ex-Hotel droht zu platzen

Haus Elmer in Marienthal : Träume für altes Hotel drohen zu platzen

Weil die Hoffnung, das frühere Haus Elmer zu kaufen, schwindet, hält der kürzlich gegründete Verein Seminarhaus Marienthal parallel nach einem anderen Objekt Ausschau, um dort unter anderem Yoga-Kurse zu veranstalten.

Als der Verein Seminarhaus Marienthal Mitte Juli aus der Taufe gehoben wurde, hatten der Vorsitzende Curt Wichert und seine Mitstreiter noch fest daran geglaubt, ab Frühjahr 2020 im ehemaligen Hotel Elmer mehrtägige Yoga-Kurse, psychologische Trainings und Ernährungsberatungen anbieten zu können.

Zwei Monate später ist die Vorfreude einer gewissen Ernüchterung gewichen. Der Verein, der sich unter anderem die „Förderung und Durchführung von Sport, sowie die Förderung der Volksbildung“ auf die Fahnen geschrieben hat, bastelt zwar derzeit an seiner Homepage und wird demnächst auch die ersten Kurse anbieten. Doch dass diese in dem seit Jahren in einem Dornröschenschlaf liegenden Romantikhotel stattfinden, ist mehr als unwahrscheinlich. „Das Problem ist nämlich, dass Eigentümer Michael Patt und der ehemalige Besitzer Karl-Heinz Elmer seit nunmehr fast sieben Jahren vor dem Landgericht um eine Rückabwicklung des Kaufvertrages kämpfen.“ Frühestens Anfang 2020 könnte es zu einer Einigung kommen, heißt es.

Die Hoffnung, dass Karl-Heinz Elmer, der noch im Grundbuch steht, auf die Wünsche des Vereins eingehen würde, hat sich nicht erfüllt. „Seine Forderungen sind für den Verein unrealistisch“, bedauert Curt Wichert. Man habe ihm den Bungalow und den Ausschankpavillon angeboten. Elmar aber habe noch mehrere hunderttausend Euro haben wollen. Das Geld benötige man aber für die Sanierung des Hotels. Der Verlierer in dem Spiel, davon ist Wichert überzeugt, „ist auf jeden Fall auch Marienthal. Das Seminarhaus wäre ein Magnet für den Ort. Nun aber verliert das frühere Hotel Tag für Tag mehr an Wert.“

Dem kann Karl-Heinz Elmer nur zustimmen. „Da hat er recht.“ Elmer betont auf Anfrage unserer Redaktion, „dass ich zumindest einen Teil meiner Forderungen, die im Grundbuch stehen, durch den Kauferlös erfüllt sehen möchte“. Er bedauert sehr, wie heruntergekommen sich das Hotel derzeit präsentiert. Es könne nicht sein, dass jemand sein Eigentum so verkommen lasse.

Noch gibt es bei dem Verein die leise Hoffnung, dass man vorübergehend einen früheren Veranstaltungsraum des Hotels pachtet und so herrichtet, dass dort verschiedene Kurse stattfinden. Parallel aber schauen sich Wichert und seine Vorstandskollegen nach einem anderen Objekt um. Außerdem könnten Seminare für Vereinsmitglieder (siehe Infobox) alternativ in umliegenden Hotels oder auch auf Mallorca stattfinden. Denn dort ist Wichert mehrere Monate im Jahr zu Hause. „Wir haben uns das alles etwas einfacher vorgestellt und sind enttäuscht, dass die Akteure nur auf das Monetäre achten“, betont der 57-Jährige, der seinen Hauptwohnsitz 2013 aus Düsseldorf in das beschauliche Isseldorft verlegt hat und dessen Familie im Bereich Gastronomie „viele Jahre erfolgreich gearbeitet hat“, wie er sagt.

Aktuell hat der Verein 50 Mitglieder, die einen Jahresbetrag von fünf Euro entrichten. Dass es schnell mehrere Hundert werden, die aus allen Teilen Deutschlands und auch aus anderen EU-Ländern kommen, davon ist der Vereinsvorsitzende überzeugt. „Wir wollen unseren Mitgliedern Urlaubsangebote machen, bei denen sie unter anderem gemeinsam wandern, eventuell Golf spielen oder Angebote im Bereich therapeutisches Reiten wahrnehmen oder auch Yoga auf Pferden.“ Es wäre schön, betont Curt Wichert, wenn das alles in Marienthal – und auch auf Mallorca – stattfinden könnte. „Aber wenn wir irgendwo anders hier am Niederrhein ein geeignetes Objekt finden, dann passiert das alles eben dort.“