Hamminkeln: Marienthal feiert Pfarr- und Patronatsfest

Hamminkeln : Marienthal feiert Pfarr- und Patronatsfest

Weil in der Vergangenheit sonntags immer weniger Besucher zum Pfarrfest in das Klosterdorf gekommen sind, hat der Pfarrgemeinderat entschieden, Gäste nur noch für den Samstag zu einem stimmungsvollen Abend einzuladen.

Sonnenstrahlen erhellen das Schiff der schmucken Marienthaler Klosterkirche. In der Luft liegt der Geruch von Holzkohle, das erste Stockbrot backt auf offener Flamme. Eine gemütliche Atmosphäre liegt auf dem noch ruhigen Vorplatz des Gotteshauses unweit der Issel. Im Hintergrund ist die Orgel des Gotteshauses zu hören, das Zeichen, dass der abendliche Festgottesdienst gleich vorbei sein wird.

Daniel Hartmann trifft die letzten Vorbereitungen, bevor der Sturm der hungrigen Gäste auf das Salat- und Grillbuffet beginnt. Seit acht Jahren hat er den Vorsitz des Pfarrgemeinderats inne und organisiert mit den anderen Ehrenamtlichen im Klosterdorf gemütliche Abende wie diesen. "Einmal im Jahr veranstalten wir unser Marienthaler Pfarr- und Patronatsfest an diesem Ort", erklärt der 42-Jährige. "In diesem Jahr gibt es ein Novum. Nach einer Umfrage in der Gemeinde findet die Veranstaltung nur noch eintägig an einem Samstagabend statt. Der Zulauf der Besucher am Sonntag war im Laufe der Jahre einfach zu gering geworden".

Die Organisatoren haben ein Gespür für Details: Im sonst verschlossenen Klostergarten finden sich zwischen den Rosen farbige Laternen, die die Kulisse im Laufe des Abends stimmungsvoll beleuchten werden. Hinter dem Garten führt ein kleiner, von Kerzen gesäumter Weg durch ein Wäldchen bis an die Issel zu einem kleinen Pavillon. Ein Ort der Besinnung, auch an einem Festtag wie diesem. "Wir erwarten zwischen 150 und 200 Gäste an diesem Abend", erzählt Hartmann. "Für die Kinder haben wir eine Hüpfburg aufgebaut und es kann Stockbrot gebacken werden. Für jeden ist etwas dabei. Und der Pavillon an der Issel wird immer besonders gerne genutzt", fügt er lächelnd hinzu.

Beim Rückweg zum Vorplatz tummeln sich schon die ersten Gäste am Grillplatz. Es herrscht eine familiäre Atmosphäre, jeder kennt jeden, obwohl nicht nur Marienthaler das Fest besuchen. Auch die Mönche des Klosters sind unter den Gästen. Im traditionellen Gewand repräsentieren sie die Karmeliter, die in dem Kloster leben. Am Eingang der Kirche wacht ein bronzener Gussengel über die Besucher. Marienthal ist weit über die Stadtgrenze hinaus bekannt, was nicht nur an dem Kloster liegt. Auch die Kunst in der Kirche zieht Besucher an. "In der Kirche sind viele Kunstwerke aus den 1920er- und 1930er-Jahren zu finden. Vor fast 100 Jahren lebten zeitweise auch Künstler in der Klosteranlage, deren Werke hier immer noch zu sehen sind", erklärt Hartmann. Neben den künstlerischen Kirchenfenstern, die eine besonders intensive Farbe in der Abendsonne verbreiten, können weitere expressionistische Kirchenkunstwerke an diesem Ort bewundert werden.

Zwischenzeitlich sind die Pavillons gut gefüllt und Thorsten Lehmann, der die musikalische Untermalung übernommen hat, ist kurz davor die ersten Akkorde anzustimmen. Es verspricht ein besinnlicher Abend zu werden, an den sich die Gäste zweifelsohne gerne zurückerinnern werden.

(cth)