Wesel: Marien-Hospital: neuer Gebetsraum für Muslime

Wesel: Marien-Hospital: neuer Gebetsraum für Muslime

MESCID steht in großen Lettern auf dem Türschild. Das heißt kleine Moschee – und diese befindet sich ab sofort im Marien-Hospital in Wesel. Auf Wunsch der muslimischen Gemeinde hat das Krankenhaus einen Gebetsraum eingerichtet.

MESCID steht in großen Lettern auf dem Türschild. Das heißt kleine Moschee — und diese befindet sich ab sofort im Marien-Hospital in Wesel. Auf Wunsch der muslimischen Gemeinde hat das Krankenhaus einen Gebetsraum eingerichtet.

"Das hatten wir schon lange vor, jetzt wird es endlich Wirklichkeit", sagt auch Heinrich Schnieders, Geschäftsführer des Marien-Hospitals. Gestern übergab er das ehemalige Chefarztzimmer im ersten Obergeschoss des Gebäudes C, unmittelbar vor der Kinderklinik, Vertretern der muslimischen Gemeinden aus Wesel und Voerde. Diese nutzten gleich die Gelegenheit zu einem Gebet.

700 muslimische Patienten im Jahr

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Denn der kleine Raum beinhaltet nach vier Wochen Umbauzeit all das, was ein Muslim für seine täglichen fünf Gebete braucht. "Er ist Richtung Mekka ausgerichtet, hat einen sauberen Teppich, eine Vorrichtung für die rituelle Waschung, eine Schuhablage und ein Regal, in dem sich eine Ausgabe des Korans sowie Bücher über den Islam in türkischer und deutscher Sprache befinden. Was noch fehlt, ist das Schild ,Schuhe ausziehen'", sagt Hasan Gördü. Das CDU-Ratsmitglied aus Voerde war mit Architektin Katja Schlotmann maßgeblich an der Gestaltung des Gebetsraumes beteiligt und freut sich nun sehr über die Möglichkeit im Marien-Hospital. "Gerade für einen kranken Muslim ist es wichtig zu beten", sagt Gördü.

Und davon hat das Weseler Krankenhaus genug. Jahr für Jahr befinden sich dort etwa 700 muslimische Patienten in stationärer Behandlung. "Dazu kommen unsere türkischstämmigen Mitarbeiter. Auch ihnen möchten wir das Gebet ermöglichen", sagt Heinrich Schnieders und weist zugleich noch einmal auf das Leitbild des Hospitals hin: "Patienten aller Weltanschauungen und Glaubensrichtungen begegnen wir mit Respekt und Toleranz." Das Investitionsvolumen ist in dieser Sache auch eher symbolisch zu sehen.

Der Gebetsraum, der künftig allen Muslimen, die sich zum Gebet zurückziehen möchten, rund um die Uhr offen steht, ist übrigens nicht der erste Schritt in diese Richtung. So gibt es bereits einen Flyer mit Hinweisen für Patienten aus dem Kulturkreis. Darin geht es unter anderem um die Beachtung von Speise- und Fastenvorschriften, um Arztgespräche, Krankenpflege, Seelsorge und den Abschiedsraum, der schon seit einigen Jahren am Hospital besteht. Demnächst soll nicht nur der Hinweis auf den Gebetsraum in diesem Flyer erfolgen. Er soll auch in türkischer Sprache übersetzt werden, wie Pressesprecher Gerd Heiming sagt.

(RP)
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