Löschzug Büderich feiert die 112

Wesel : Löschzug Büderich feiert die 112

112 Jahre ist es her, dass in Büderich eine Feuerwehr gegründet wurde. Am 2. September ist Tag der offenen Tür.

Wer in Not ist, ruft die 112. Wenn der Löschzug Büderich jetzt 112 Jahre alt wird, ist das also ein besonderer Grund zum Feiern – und zurückzublicken. Am Sonntag, 2. September, werden die Büdericher Feuerwehrleute – aktuell sind es 34 Männer, drei Frauen und zehn Jugendliche – beim Tag der offenen Tür an der Pastor-Wolf-Straße 40 ein zum Teil spektakuläres Programm anbieten. Mit von der Partie sind unter anderem die Düsseldorfer Höhenretter. Die Büdericher Feuerwehrleute werden stolz bei der Segnung ihres neuen Löschgruppenfahrzeugs dabei sein. Das alte hat nach 27 Jahren ausgedient. Zugleich wird ein bereits vor zwei Jahren angeschaffter Mannschaftstransportwagen nachträglich den Segen erhalten.

Es war der 12. August 1906, als unter Bürgermeister Paul Schlatmann die „Büdericher Jubelwehr“ gegründet wurde, unter dem ersten Wehrführer, dem Apotheker Antonius Gröning. Eine Besonderheit: Bis 1929 waren die Spielleute des Büdericher Tambourkorps stets zugleich auch Freiwillige Feuerwehrleute. Und im Hochwassereinsatz dabei. „Das Hochwasser von 1920 ist bis heute unerreicht“, sagt Rainer Gellings, seit 2016 Löschzugführer in Büderich. „Es gilt als Bemessungshochwasser, bis heute steht es in den Lehrbüchern.“

Zwei Weltkriege rissen die Feuerwehr auseinander, im Zweiten Weltkrieg bemühten sich die jungen Männer um Wehrführer Theodor van Gelder, die Bombenschäden gering zu halten. In einer Chronik, die der Festausschuss unter der Federführung des ehemaligen Feuerwehrleiters Rudolf Friedhoff erstellt hat, heißt es: „Unvergessen von den Mitbürgern ist die stete Einsatzbereitschaft der Wehr in den Bomben- und Brandnächten des Zweiten Weltkrieges.“ Doch viele junge Büdericher waren im Krieg, die Wehr personell sehr geschwächt. 1944 wurde die HJ Feuerwehr gegründet, eine Jugendfeuerwehr als Teil der Hitler-Jugend. Am Festtag werden Alterskameraden alte Fotos per Beamer zeigen und erzählen. Ein Film zeigt das Feuer in der Sargfabrik und Schreinerei Uphoff vom 5. Januar 1997. Die 60 Seiten starke Festschrift stellt nicht allein Einsätze in den Vordergrund. Feuerwehr, das sind immer Menschen und ein enges Miteinander. „Das ist wichtig, denn Leistungsfähigkeit ist nur mit blindem Vertrauen möglich“, sagt Rainer Gellings. 

1975 war Schluss mit der Selbstständigkeit. „Die Büdericher waren immer schon besonders“, sagt Gellings und schmunzelt. Kurz vor der Kommunalen Neuordnung beschlossen die Büdericher, ein neues Gerätehaus zu bauen. Sogar eine Sauna sollte es haben. „Gebaut und bezahlt hat es dann die Stadt Wesel“, sagt Gellings. Nur die Sauna haben sie nicht bekommen.

Thomas Verbeet, Bürgermeisterin Ulrike Westkamp, Alterskamerag Rudolf Friedhof, Löschzugführer Rainer Gellings, im Fahrzeug, und Jugendwart Thorsten Masur, von links , stellen das neue Fahrzeug für den Löschzug Büderich der Feuerwehr in Wesel vor. Bild rechts: Historisches Foto aus der Chronik. Foto: Funke Foto Services

Die Festschrift kostet 2,50 Euro und ist erhältlich bei der Volksbank und der Nispa in Büderich. 

(sz)
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