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Niederrhein: Literarische Zeit-Reisen

Niederrhein : Literarische Zeit-Reisen

Der in Wachtendonk geborene Gisbert Haefs schreibt Krimis, Science-Fiction-Geschichten und historische Romane. Für seine detaillierten Recherchen wird der Autor von Lesern und Kritikern gelobt.

Gisbert Haefs ist ein vielbeschäftigter Mann. Der 61-Jährige ist Autor von mehr als 30 Büchern und Übersetzer namhafter Autoren. Der in Wachtendonk geborene Autor wohnt seit seiner Kindheit in Bonn. Dort studierte er Anglizistik und Hispanistik. Schon während des Studiums begann Haefs damit, erste Dokumente zu übersetzen, später sogar ganze Werkausgaben.

Neben Mark Twain transportierte er die Werke von Rudyard Kipling und Jorge Luis Borges ins Deutsche und gab deutschsprachige Gesamtausgaben heraus. Songtexte des lyrischen Musikers Bob Dylan hat Haefs ebenfalls ins Deutsche übertragen.

In den Wahnsinn treiben

Doch der Wahl-Bonner schreibt auch eigene Bücher. 1981 erschien der erste Kriminalroman mit Hobbydetektiv Balthasar Matzbach, der sich mit den Schönen, Mächtigen und Reichen herumschlagen muss. Matzbach ist ein "Miesepeter", der die Wohlsituierten und penible deutsche Beamte regelmäßig in den Wahnsinn treibt. Im Jahr 1987 veröffentlichte der Autor die Krimi- Kurzgeschichtensammlung "Das Triumvirat", die auch für den Hörfunk vertont wurde und als Hörbuch erhältlich ist.

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Zeitgleich betätigte sich Haefs als Science-Fiction-Autor. In seiner Barakuda-Tetralogie von 1986 lässt er den Protagonisten Dante Barakuda über den Frieden des fiktiven galaktischen Commonwealth wachen, das immer wieder von Krieg bedroht wird. 2005 erschien eine von Haefs verfasste Perry-Rhodan-Geschichte mit dem Titel "Der eiserne Finger Gottes".

In den vergangenen Jahren schreibt Haefs aber hauptsächlich historische Romane und hat sich in der literarischen Welt einen Namen gemacht. Sein erstes historisches Werk, "Hannibal — Der Roman Karthagos", wurde von den Kritikern hochgelobt. Auch die Romane "Alexander", "Troja" und "Caesar" kamen bei Kritikern und Lesern gleichermaßen gut an.

Letzterer erzählt die Geschichte von Quintus Aurelius, der Caesar auf seinem Feldzug gen Gallien begleitet. Die Figuren veranschaulichen die damalige Zeit mit deren Gesellschaftsstrukturen und Kultur um 50 vor Christus, ohne klischeehaft zu wirken.

Mit dem Roman "Die Rache des Kaisers" von 2009 begibt sich Haefs auf mittelalterliche Spuren. Der Roman erzählt die Geschichte des 15-jährigen Jakob Spengler, der um 1500 die Mörder seiner Familie und Plünderer seines Dorfes rächen will. Haefs beschreibt diesen Roman selbst als "schöne blutige Rachegeschichte". Im November erscheint die Fortsetzung "Das Labyrinth von Ragusa".

Haefs' Romane gelten als sehr gut recherchiert — im heutigen Überangebot historischer Romane durchaus keine Selbstverständlichkeit. Der Autor verknüpft Fakten mit Fiktion und siedelt kriminalliterarische Elemente an historischen Schauplätzen und Umgebungen an. Für seine schriftstellerische Arbeit und seine Übersetzungen erhielt der 61-Jährige zahlreiche Preise, darunter den Niederrheinischen Literaturpreis.

Auch in Spanien genießt Gisbert Haefs höchstes Renommee. Seine Bücher finden dort besonders viele Leser. Eine spanischsprachige Internetseite versorgt die Anhängerschaft mit vielen Informationen rund um den Autor. Selbst im Internetportal Facebook haben spanische Bewunderer eine eigene Fanseite gegründet.

(RP)