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Linke reagieren auf Interview-Äußerungen von Landrat Ingo Brohl (CDU)

Kreis Wesel : Linke werten Landrats-Antwort als Eingeständnis

Die Auseinandersetzung zwischen den Kreistags-Linken und dem neuen Landrat Ingo Brohl (CDU) über dessen Äußerungen zu seiner „externen Beratung“ (wir berichteten) gehen in die nächsten Runde.

So feiern die Linken die jüngste Antwort Brohls als dessen Eingeständnis, „die Öffentlichkeit falsch über seine thematische Vorbereitung auf den Umgang mit der Corona-Pandemie informiert zu haben“. Weiter heißt es in der Pressemitteilung der Linken vom Mittwoch: „Entgegen seiner Behauptung hat Brohl keine inhaltliche externe Beratung zu dem Thema eingeholt.“

Ausgangspunkt für den Disput ist das Kostenpflichtiger Inhalt Interview unserer Zeitung in der Ausgabe vom 5. November, in dem Ingo Brohl auf die Fragen „Wie haben Sie sich denn thematisch speziell vorbereitet auf die Pandemie? Haben Sie Expertenrat gesucht, Bücher gelesen?“ unter anderem geantwortet hatte: „Ich stehe auch mit einer sehr erfahrenen externen Beratung in Kontakt.“

Auf die daraus unter anderem resultierende Anfrage des Linken-Fraktionsvorsitzenden Sascha H. Wagner vom 13. November bei Brohl nach „Transparanenz bei externer Corona-Beratung des Landrats“ antwortete dieser am Dienstag schriftlich: „Sie fragen in ihrer Anfrage richtigerweise – da auch ich die Frage im Interview so verstanden habe – zum Corona-Mangement an. Zum Management zählte und zählt für mich sowohl die inhaltliche bzw. fachliche Betrachtung als auch die frühzeitige Betrachtung von Führungs- und Rollenfragen und die Strukturierung meiner Entscheidungen. Für Letzteres habe ich, wie aus meiner Antwort auf Ihre Anfrage vom 06.11.2020 hervorgeht, ein Coaching durch eine externe Beratung in Anspruch genommen, Es ging dabei nicht um inhaltliche Fragen zu Corona.“

Sascha H. Wagner teilte daraufhin am Mittwoch mit, Ingo Brohl habe sich in dem Interview damit brüsten wollen, dass er sich thematisch intensiv mit der Corona-Pandemie auseinandergesetzt habe. Dies sei nun widerlegt. Brohl habe vielmehr private Coachings in Anspruch genommen, um den Aufgaben seines Amtes gewachsen zu sein.

Der Chef-Linke erklärte in seiner Mitteilung ferner, dass gerade die Corona-Pandemie viele Menschen verunsichere. Es werde gesellschaftlich kontrovers diskutiert, welche Grundrechtseingriffe und Beschränkungen angemessen seien.

Vor diesem Hintergrund, so Wagner weiter, seien „Vertrauen, Transparenz und Glaubwürdigkeit des Handelns“ von Politikern besonders wichtig. Erst die Nachfragen der Linken hätten zu Klarheit geführt. Landrat Brohl empfahl er „ein privat zu finanzierendes Mediencoaching“ zu absolvieren.

(fws)