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Leute in Schermbeck: Axel Wolters setzt sich auch mit 80 Jahren für Verkehr ein

Großer Einsatz für die Gemeinde : Ein Pionier für den Verkehr wird 80 Jahre alt

Axel Wolters aus Schermbeck setzt sich seit Jahrzehnten unter anderem für Verbesserungen an der Mittelstraße ein. Auch das Thema Umwelt beschäftigt den Verkehrsexperten sehr. Welche Maßnahmen er fordert.

Mit einem dreitägigen Aufenthalt im niedersächsischen Tier- und Freizeitpark Serengeti bedankt sich Axel Wolters bei seiner Frau Margret, bei den Kindern Christoph, Jörg, Manuel und Kristina sowie bei den acht Enkelkindern im Alter zwischen fünf und 18 Jahren, die dem Schermbecker heute zum 80. Geburtstag gratulieren.

Hätte es den Zweiten Weltkrieg nicht gegeben, würde Axel Wolters den Übergang ins neunte Lebensjahrzehnt wahrscheinlich in der Nähe der ehemaligen deutschen Stadt Stettin feiern. Dort wuchs er auf. Mit seiner Mutter und seiner Schwester flüchtete Wolters im Winter 1944/45 aus der Heimat. Die Fahrt im Viehwaggon endete im münsterländischen Lette. 1950 zog die Familie nach Essen, wo der Jubilar bis zum Jahr 1960 das Leibniz-Gymnasium besuchte. Nach Beendigung einer dreijährigen Lehre als Maurer besuchte Wolters von 1963 bis 1966 die Fachhochschule für das Ingenieurwesen in Münster. Als Diplom-Ingenieur war er von 1966 bis 1967 beim Landschaftsverband Westfalen in Münster zuständig für die Straßenplanung im Bereich von Minden und Umgebung.

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1967 wurde Axel Wolters Technischer Angestellter in der Abteilung Verkehr der Stadt Gelsenkirchen. Als die Abteilung im Jahr 1980 als Verkehrsamt neu gegründet wurde, kamen zu den bisherigen Aufgaben weitere hinzu. 1985 wurde er Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft der Stadt Gelsenkirchen. Dort blieb er bis zum Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2004, auch nach dem Umzug nach Dorsten im Jahr 1972 und im Jahr 1998, als die Familie ein Haus in der Schermbecker Kastanienstraße im Baugebiet Marellenkämpe III bezog.

Das berufliche Fachwissen brachte Axel Wolters auch in Schermbeck ehrenamtlich ein. Zusammen mit dem Schermbecker SPD-Fraktionsvorsitzenden Manfred Wehrstedt und später mit dem BfB-Chef Klaus Roth bemühte er sich, planerische Ideen umzusetzen und auf Fehlentwicklungen aufmerksam zu machen. Konkrete Projekte wurden mehrfach in Referaten vorgestellt. Schon vor über einem Vierteljahrhundert hat Wolters eine Verkehrswende als zentralen Ansatzpunkt für die Lösung der immer größer werdenden Verkehrsproblematik im Schermbecker Ortszentrum benannt. Dazu gehörte vor allem eine Schließung der Mittelstraße.

Eine Entfernung des motorisierten Verkehrs von der Hauptgeschäftsstraße fordert Wolters auch noch nach 25 Jahren. Inzwischen hat er im Rahmen der jetzt laufenden Bürgerbeteiligung der Gemeindeverwaltung einen mit Karten belegten Vorschlag unterbreitet: Die Mittelstraße soll Fahrradstraße werden, Anlieger dürften motorisierte Fahrzeuge nutzen. Als eine wichtige Maßnahme fordert Wolters eine Kennzeichenverfolgung durch den Ort, um eine aussagekräftige Beschreibung des Quell- und Zielverkehrs zu erhalten.

„Es irritiert mich, dass der Umweltgedanke bei der Planung von Baugebieten nicht konsequenter umgesetzt wird“, bedauert Axel Wolters ein weiteres Planungs-Manko. Es fehle offensichtlich der politische Mut bei den Verantwortlichen. Gleich mehrere Maßnahmen fordert der Jubilar, um die Umwelt zu schützen. Mehr photovoltaische Anlagen müssten ebenso umgesetzt werden wie die Sicherung von Regenwasser, das Verbot von Schotterbeeten auf den Baugrundstücken sowie die Verwendung von versickerungsfähigem Baumaterial im Straßenbau.

„Ich liebe Schermbeck mit seinem kleinteiligen Gemeindeleben“, beschreibt Wolters seine Beziehungen zum rheinisch-westfälischen Grenzstädtchen, dessen Infrastruktur in den Bereichen Radfahren und Wandern er besonders schätzt. Diese innige Beziehung sei auch der Grund dafür, dass er sich stets dann mit Leserbriefen in den Medien zu Wort melde, wenn er das Gefühl habe, dass etwas aus dem Ruder laufe.

Im privaten Bereich investiert der Jubilar viel Freizeit in die Pflege des heimischen Gartens. Mit dem Fahrrad ist er häufig unterwegs. Als absoluter Opern-Liebhaber scheut er auch keine Reisen zu großen Opernhäusern in London, Paris oder New York.