Landrat Ansgar Müller will nicht beim WDR über Gift-Pellets reden

Livesendung aus Schermbeck geplant : Landrat will nicht beim WDR über Gift-Pellets reden

Am 12. September soll in Gahlen über den Ölpellet-Skandal diskutiert werden. Der Landrat kommt nicht.

Landrat Ansgar Müller (SPD) wird nicht selbst an einer Diskussion des Senders WDR 5 in Schermbeck zum Thema Ölpellet-Skandal bei der Firma Nottenkämper sprechen. Der Rundfunksender will am 12. September, 20 Uhr, im Gahlener Café Holtkamp an der Kirchestraße 37 über den Giftmüllskandal diskutieren lassen. Die Debatte wird live im Radio übertragen. Müller war im Juli eingeladen worden, hatte aber gegenüber dem WDR mitgeteilt, dass statt seiner Person eine Pressesprecherin des Kreises Wesel nach Gahlen komme. Der WDR will diese Variante nicht akzeptieren.

„Wir wollen in diesem Format die Entscheidungsträger zu Wort kommen lassen“, sagt Eva Karnofsky aus Hamminkeln, Journalistin des WDR, die als Autorin die Sendung vorbereitet. Das sei keine Entscheidung gegen eine Pressesprecherin, betonte sie. Karnofsky kündigte an, für Landrat Müller einen Stuhl frei zu lassen, falls er sich entscheide, doch noch an der Debatte teilzunehmen. „Bis 20 Uhr bleibt an diesem Tag auf dem Podium ein Platz frei, wir werden auch ein Mikrofon für ihn bereithalten.“ Ihre Teilnahme zugesagt haben unterdessen Ingo Brohl, Landratskandidat der CDU aus Moers, Joern-Helge Bolle als Facharzt für Arbeitsmedizin und Stefan Steinkühler, Jurist und Sprecher der Initiative „Gahlener Bürgerforum“. Die Moderation haben Judith Schulte-Loh und Verena Lutz.

Auch falls der Landrat nicht kommt, gibt es einen Weg, ihm die Bürgersorgen zukommen zu lassen. Der WDR will die Fragen, die an dem Abend den Landrat betreffen, sammeln und ihm zur Verfügung stellen. In der Sendung Westblick solle ihm Gelegenheit gegeben werden, zu antworten, erklärte Autorin Eva Karnofsky.

Die vom Landrat geleitete Kreisbehörde steht im Fokus, weil einem führenden Mitarbeiter des Kreishauses der Vorwurf der Bestechlichkeit gemacht wurde. Es sei nur unzureichend geprüft worden, dafür habe es Vergünstigungen gegeben, lautet der Vorwurf des ehemaligen Nottenkämper-Prokuristen Ingo L., der selbst eine Haftstrafe verbüßt. Ansgar Müller lässt diese bisher nicht bewiesenen Vorwürfe durch eine unabhängige Mitarbeiterin der Bezirksregierung Düsseldorf prüfen. Anfang des Jahrzehnts sind in der Tongrube in Gahlen zehntausende Tonnen Giftmüll, sogenannte Ölpellets, vergraben worden. Mehrere Verfahren laufen in dieser Sache vor Gericht.

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