Kreis Wesel Landrat: „So wenige Straftaten wie seit 26 Jahren nicht mehr“

Kreis Wesel · Ansgar Müller machte als Chef der Kreispolizei die Kriminalitätsentwicklung bekannt. Lokal gibt es Unterschiede. In Schermbeck ist die Kriminalitätsrate steigend, in Wesel und Hamminkeln ist sie positiv.

 Eine der entspannteren Aufgaben der Polizei: Einsatzwagen beim Rosenmontagszug 2020 in Wesel.

Eine der entspannteren Aufgaben der Polizei: Einsatzwagen beim Rosenmontagszug 2020 in Wesel.

Foto: Fritz Schubert

Die Zahlen der Kreispolizeibehörde Wesel zur Kriminalitätsentwicklung sind nach Darstellung von Landrat Ansgar Müller (SPD) so gut wie seit 26 Jahren nicht mehr. Dieses Ergebnis verkündete Müller am Mittwoch in einer Pressemitteilung. Der Kommunikationsweg war ungewöhnlich – für gewöhnlich macht Müller als Chef der Kreispolizeibehörde die Zahlen in einer Pressekonferenz bekannt. Wegen des Coronavirus verzichtete Müller auf diesen Weg. Es war das letzte Mal, dass er diese Zahlen in seiner Funktion verkündete. Er tritt zur nächsten Landratswahl im September 2020 nicht mehr an.

Die Zahl der Straftaten ist im Kreis Wesel von 25.582 Taten 2018 auf 23.278 Taten 2019 gesunken. Das sind rund 2300 Straftaten weniger. So wenige Straftaten gab es im Kreis Wesel in den vergangenen 26 Jahren nicht mehr. „Die gute Statistik zeigt, dass das Leben der Menschen im Kreis Wesel wieder ein Stück sicherer geworden ist. Das gilt besonders für den ganz persönlichen Lebensbereich der Bürgerinnen und Bürger“, so der Behördenleiter.

Wer sich die Zahlen im Detail anschaut, der entdeckt allerdings Unterschiede. So fällt auf, dass besonders in Schermbeck die Kriminalitätszahlen negativ sind. Dort stieg die Zahl der Delikte von 492 in 2018 auf 513 in 2019, die Aufklärungsquote sank wiederum dort auf 49,5 Prozent (Vorjahr 51,2 Prozent). In Schermbeck gibt es keine eigene Polizeiwache mehr. Bürgermeister Mike Rexforth (CDU) hat mehrfach angemahnt, dass er dies für falsch halte. Die neuen Zahlen zeigen, dass Schermbeck nicht sicherer geworden ist. In Wesel hingegen sank die Zahl der Delikte von 4281 in 2018 auf 4028 Delikte in 2019. Dafür sank aber die Aufklärungsquote deutlich, von 59,2 auf 52,6 Prozent. In Hamminkeln sank die Zahl der Straftaten leicht von 939 auf 934. Die Aufklärungsquote stieg leicht von 57 auf 57,5 Prozent. Die Zahl der Gewaltdelikte sank deutlich von 22 in 2019 auf 13 in 2019.

Die generell positive Tendenz zeigt auch der Blick in einzelne Delikt-Arten. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im Kreis Wesel in den vergangenen Jahren drei Jahren um 56 Prozent zurückgegangen. „Neben einer guten kriminalistischen Aufklärungsarbeit setzen wir auch auf eine bessere Sicherung der Häuser und Wohnungen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kriminalprävention beraten Bürgerinnen und Bürger kostenlos, wie sie ihre eigenen vier Wände sicherer machen können“, so der Landrat.

Im Bereich der Straßenkriminalität ist die Zahl der Straftaten auf dem niedrigsten Stand seit 2005. Die Statistik verzeichnet fast 800 Taten weniger. Das bedeutet: 800 Mal kam es nicht zu Überfällen, Vandalismus, Sachbeschädigung oder Körperverletzungen in der Öffentlichkeit und damit gleichzeitig auch zu weniger Opfern und Geschädigten. „Neben dem Rückgang der Gewaltstraftaten haben wir auch die höchste Aufklärungsquote seit fast 20 Jahren“, freute sich Ansgar Müller.

Die Aufklärungsquote allgemein ist im Bereich der Kreispolizeibehörde Wesel leicht gesunken auf 51,4 Prozent. Laut Statistik konnte die Polizei aber seit 2015 konstant mehr als jede zweite „Tat“ aufklären. „Das ist durchaus ein Punkt, der mich stolz macht“, betonte der Landrat. An diesen guten Zahlen will die Kreispolizeibehörde Wesel weiter arbeiten.

Eine detaillierte Analyse aller Stadt-Ergebnisse folgt.