Landfrauen im Kreis Wesel für schnelles Internet an jeder Milchkanne

Ehrungen und Forderungen : Landfrauen für schnelles Netz an jeder Milchkanne

Das war eine Forderung beim Kreislandfrauentag in der Weseler Niederrheinhalle. Dort gab’s auch zahlreiche Ehrungen.

Rund 270 Landfrauen aus dem Kreisgebiet genossen in der Weseler Niederrheinhalle zunächst ein Frühstück. Kreisvorsitzende Waltraut Krüger begrüßte auf der mit dem Logo „Dufte Ideen“ und Blumensträußen verzierten Bühne die Frauen zum alle vier Jahre stattfindenden Kreis-Landfrauentag. „Ein Hoch auf uns, wir haben viel erreicht“, unterstrich sie die Bedeutung des mit 3341 Personen mitgliederstärksten Kreisverbands bei den Rheinischen Landfrauen, der sich 2018 neu konstituierte. Es gehe an diesem Tag darum, danke zu sagen. Dazu zählten vor allem die Ehrungen für die aus dem Kreisverband ausgeschiedenen und ehrenamtlich viele Jahre aktiven Frauen.

Krügers Vorgängerin Antonia Bruns erhielt die große Urkunde für 36 Jahre Bezirksvorstandszugehörigkeit und acht Jahre Kreisvorsitz. „Jetzt geht mit mir eine Ära zu Ende. Die Jungen müssen nachkommen“, sagte Bruns in ihrer Dankesrede und bezeichnete ihre aktive Zeit von 1982 bis 2018 als sehr informativ und lehrreich. Die Landfrauen vom Hof stürben aus, sie seien berufstätig geworden. „Die Höfe schließen, es geht immer schneller, schade“, sagte die Hamminkelnerin.

Die Vizepräsidentin des Rheinischen Landfrauenverbandes, Jutta Kuhles, machte deutlich, dass die Landfrauen für ihre Anliegen entschieden eintreten müssen: „Wir brauchen Kümmerer und Möglichmacher.“ Als wichtige Themen nannte sie das Leben und Arbeiten, die Herausforderungen im Alltag und die Daseinsfürsorge von Menschen. Wichtig sei auch das schnelle Internet im ländlichen Raum. „Das sollte an jeder „Milchkanne“ zu finden sein“, kritisierte sie Aussagen der Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Kuhles rief überdies die Frauen dazu auf, zur Europawahl zu gehen. „Wir dürfen das nicht Menschen überlassen, die nicht so demokratiefähig sind.“ Der ländliche Raum sei ohne Familienbetriebe und Wertschöpfung nicht denkbar, sagte sie und forderte „verlässliche Bedingungen und Einkommen für die Familien.“

Neben Antonia Bruns gingen Urkunde des Verbandes an Maria Bauer (Ginderich), Inge Neu (Brünen), Ilse Noetzel (Neukirchen-Vluyn), Anneliese Hecheltjen (Brünen) und Petra Tooten (Alpen). Edith Cappell-Höpken (Hünxe), Heide Stiers (Repelen), Brigitte Steinschen (Baerl), Brigitte Mai (Bislich) , Kornelia Benninghoven (Gahlen-Gartrop), Annegret Behr-Lohr (Hünxe) , Heike Ingenerf (Veen) und Maria Aymans (Xanten) bekamen Urkunde für ehrenamtliches Engagement.

(aflo)