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Kunstverein Wesel will neues Kunstwerk in Fußgängerzone am Leyensplatz

Debatte um „Vesalia hospitalis“ : Kunstverein: „Skulptur fehlt sehr“

Der Weseler Kunstverein äußert sich zum umstrittenen Abbau der Skulptur „Vesalia hospitalis“. Am Donnerstag wird das Thema im Kulturausschuss besprochen.

Der Niederrheinische Kunstverein aus Wesel hat sein Bedauern darüber geäußert, dass die Holzskulptur „Vesalia hospitalis“ nicht mehr in der Weseler Fußgängerzone auf dem Leyensplatz aufgestellt werden kann. Ein dringliches Bekenntnis für eine Sanierung spricht er aber nicht aus. „Unseres Erachtens fehlt die Skulptur sehr an der Stelle“, sagt die Vorsitzende Dorothea Störmer. Sie spricht sich nun dafür aus, dass an der Stelle erneut ein Kunstwerk errichtet wird: „Kunst im öffentlichen Raum ist auch Stadtkultur und prägt seit Jahrhunderten Straßen und Plätze.“ Störmer verwies am Donnerstag in einer Stellungnahme noch einmal auf die Intention der Künstlerin Victoria Bell, die die Skulptur für Wesel geschaffen hatte. „Sie hat mit ihrer Skulptur sowohl an die fränkische Ursprungskirche erinnern wollen als auch an den Schutzraum, den seinerzeit die Glaubensflüchtlinge in Wesel fanden.“ Die Künstlerin habe das Kunstwerk von Hand mit einer Axt aus grob behauenen Eichenbalken geschaffen. Die Skulptur habe deshalb eine leicht windschiefe Ausrichtung mit einem Sockel gehabt, der im Fundamentbereich zurücksprang. „Daher hatte das Werk eine etwas instabile Anmutung, gleichsam wie eine schaukelnde und windschiefe Arche auf den Wellen, eine Schutzhütte für Verfolgte, so wie auch die Ursprungskirche sicher ein Schutzraum war.“

Aus Sicht von Störmer fanden sich beide Gedankenbilder, Hilfe für Verfolgte und Schutzraum Kirche, im Kunstraum wieder. Viele Innenstadtbesucher hätten die Skulptur geschätzt. Die Schäden in der Statik seien letztlich so gravierend gewesen, dass eine Instandsetzung zu teuer gewesen wäre. „Leider ist es nicht gelungen, die Skulptur zu einem akzeptablen Preis zu sanieren“, sagt Störmer. Der Kulturausschuss in Wesel spricht heute (16.30, Ratsaal) über das Thema.

(sep)