Künstler stellen in Schloss Ringenberg aus

„Z“ zum Ende: Künstler stellen in Schloss Ringenberg aus

Ausstellungen von Stipendiaten in Ringenberg laufen aus. Die letzte Schau der Ära Gudrun Bott / Marcus Lütkemeyer wird Samstag eröffnet.

Es hat sich ausbuchstabiert mit den Stipendiatenausstellungen im Schloss Ringenberg. „Einladung zu Z“ weist auf die Kunstschau hin, die am Samstag, 20.Oktober öffnet und eine Zäsur für den Betrieb darstellt. Sie ist bewusst mit Z und damit dem letzten Buchstaben im Alphabet überschrieben, weil die Förderung des deutsch-niederländischen Kunstprojekts ausläuft. Wie es konzeptionell und inhaltlich mit dem Schloss weitergeht ist nicht ausdiskutiert. Künstlerisch setzen Christof John, Anne Krönker, Jonas Maas, Stefan Ramírez Pérez, Domas van Wijk und Barbara Walbrun den Schlusspunkte auf junge, experimentierfreudige und ungemein vielfältige Weise. Zwei weitere Künstler, Youri David Appelo und Marian Stindt, sind die Kuratoren. Sie konzipieren die Ausstellung, setzen sie in den anspruchsvollen Schlossräumen um – immer begleitet von  Gudrun Bott und Marcus Lütkemeyer.

Auch deren Ära endet, nicht sofort, sondern zum 30. Juni 2019. Seit 2000 ist Bott als künstlerische Leiterin für die Derik-Baegert-Gesellschaft tätig, sie hat federführend das damals darniederliegende Kunstdomizil belebt und entwickelt. Sie initiierte 2001 deutsch-niederländische Kooperationen mit Museen und Kunsthochschulen, die als geförderte Euregio-Projekte „Transistor“ und <GAP> hießen, später und bis heute als  „Plugin“ sich alternativen Vermarktungsstrukturen für Gegenwartskunst und parallel dazu Ausstellungen widmeten. Schloss Ringenberg hat sich so zu einer binationalen Fördereinrichtung mit Stipendien für nordrhein-westfälische und niederländische Künstler, einer Kuratorenplattform und grenzüberschreitenden Projekten entwickelt.

Noch läuft die EU-Förderung und deshalb werden Gudrun Bott und Marcus Lütkemeyer auch noch nächstes Jahr aktiv sein. „Wir werden viel unterwegs sein, die Plugin-Projekte in die Welt tragen und sehen, wie sich das Konzept bewährt hat“, sagt die künstlerische Leiterin. Im Frühjahr 2019 sind auch zwei Fachkonferenzen  zu diesem Thema vorgesehen.

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Auch bei „Z“ – übrigens wie die Anordnung der Ausstellungsräume - werden die Künstler des Stipendiatenprogramms 2018 und damit ihre individuellen Entwicklungen zusammengebracht. Sie haben sich zunächst kennengelernt, ihre Arbeitspraxis gegenseitig vorgestellt, seit Juli Bilder, Skulpturen und Installationen gestaltet. Mit den beiden Nachwuchskuratoren waren alle in ständiger Kommunikation, denn eine Ausstellung ist auch ein Wettstreit um die wirkungsvollste Inszenierung. Es ist gelungen, den Fokus auf die jeweiligen Künstler zu legen, ihnen Raum zu geben, und doch die spannende Linie der Vielfalt als einigendes Band zu schnüren.

Stefan Ramirez ist eigentlich Filmemacher, nun hat er den 15-minütigen Film „Picknick am Valentinstag“ zum optischen Fixpunkt vor Silberfolie gemacht. Oder Christof John, dessen  vielschichtige, luzide Malerei mit den kleinen Skulpturen von Barbara Walbrun im riesengroß wirkenden Raum korrespondiert. Der Raum und seine Wirkung sind auch für, Domas van Wijk, Jonas Maas und Anne Krönker das herausfordernde Maß der Dinge. 37 Teile eines großen Wandbildes vereinen sich zu einer wahrscheinlich wuchtigen, ausholenden Bewegung. Ihr Eigenleben im selben  Raum soll eine acht Meter lange und 7,5 Zentimeter breite Glasarbeit, die das Spiel des Lichts aufnimmt, gegen diese Bilderübermacht verteidigen. Noch sind beide Werke im Prozess, man kann sie sich aber gut vorstellen. Und am Samstag komplett sehen. Da sind sich die jungen Künstler sicher.

(thh)
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