Kritik an Engstellen im Schermbecker Kerkerfeld

Anwohner schildern Gefahren : Kritik an Engstellen im Kerkerfeld

Ein Anwohner beschwert sich schriftlich bei der Verwaltung. Der monierte Kreuzungs-Umbau resultiert aus dem Spiel- und Bewegungskonzept. Die Verwaltung antwortet.

Im Rahmen des Spiel- und Bewegungskonzeptes Schermbeck für den Ortskern wurde auch die Kreuzung Kilianstraße/Kerkerfeld umgebaut. Dabei wurde die Fahrbahnbreite direkt im Kreuzungsbereich stark reduziert. Diese Umbaumaßnahme wurde in der Anfangszeit von mehreren Personen bemängelt. Ein Bewohner der Kilianstraße hat seine schriftlichen Einwände inzwischen um ein Gespräch mit einem Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung ergänzt.

In dem Schreiben an die Verwaltung wird von Schwierigkeiten beim Abbiegen berichtet. Autofahrer, die sich von der Schetterstraße aus der Kreuzung nähern, müssen den Verkehrsteilnehmern, die von rechts aus der Kilianstraße kommen, die Vorfahrt gewähren. Die können aber nicht nach links ins Kerkerfeld einbiegen, da die Fahrbahn dort nur einspurig ist und von dem wartenden Fahrzeug versperrt wird.

Ähnlich ist die Situation, wenn einem Fahrzeug, das von der Schetterstraße kommt, auf dem Kerkerfeld im Kreuzungsbereich ein Auto entgegenkommt, das sich vom Kreisel nähert. Der Gegenverkehr muss ebenfalls die Vorfahrt der Kilianstraße beachten und fährt bei fehlendem, vorfahrtberechtigten Fahrzeug dann in den Kreuzungsbereich. Er muss aber im Kreuzungsbereich warten, da sich seine Fahrbahn dahinter einspurig verengt und diese verbleibende Spur durch den aus der Schetterstraße kommenden Verkehrsteilnehmer versperrt ist. In seinem Schreiben schildert der Einwender ein eigenes Erlebnis in dieser Situation. Es sei beinahe zu einem Frontalzusammenstoß gekommen.

„Es gibt noch mehrere weitere Situationen, die noch unklare Verhältnisse schaffen können“, heißt es in dem Schreiben an die Verwaltung. Dabei wird auf Zeiten mit verstärktem Verkehr verwiesen. Dann würden alle zweispurig befahrbaren Straßen ausgerechnet im Kreuzungsbereich durch die bauliche Veränderung oder durch parkende Fahrzeuge in der Kilianstraße auf eine Fahrspur reduziert.

In dem Brief an die Verwaltung wird moniert, dass die in die Fahrbahn hineinreichenden Bordsteine besonders in der Dunkelheit kaum zu erkennen sind. An Spuren sei zu erkennen, dass der Bordstein touchiert und die Einengungen bereits nach wenigen Tagen überrollt worden seien. Im Gespräch mit unserer Redaktion verwies der Einwender auf ein weiteres Problem: Parkende Fahrzeuge verlängerten die Engstellen, die durch den Bordsteinrückbau entstanden seien.

Im Antwortschreiben der Verwaltung wird darauf hingewiesen, dass sich „jeder Verkehrsteilnehmer entsprechend der Straßenverkehrsordnung mit angepasster Geschwindigkeit dieser Kreuzung zu nähern“ habe. Die verbleibende Fahrbahnbreite, so die Verwaltung, ermögliche in der Engstelle bei Einhaltung der ausgeschilderten Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h auch dort Begegnungsverkehr von zwei Pkw.

Die Fahrbahnverengung sei auch partiell dazu geeignet, „eine Verringerung des Fahrzeugverkehrs von Ortskundigen auf den Straßen Kerkerfeld und Schetterstraße zu fördern, die auf dieser Strecke eine Abkürzung von und nach Raesfeld-Erle wählen. Tendenziell wird somit eher eine zusätzliche Verkehrsberuhigung als positiver Nebeneffekt erkennbar.“

„Für Fußgänger haben wir an allen vier Einmündungen eine Verbesserung erreicht“, teilte auf Anfrage der Bauamtsmitarbeiter Günter Gätzschmann mit. Damit sei ein wichtiges Ziel im Rahmen des Spiel- und Bewegungskonzeptes erreicht, nämlich die Wegebereiche für Fußgänger sicherer zu gestalten. Gätzschmann verwies zudem auf die inzwischen erfolgte Bepflanzung der Engstellen, sodass sie deutlich zu erkennen seien. Außerdem habe man eine Halteverbotszone an einer Straße auf die andere Straßenseite verlegt. Gätzschmann bittet die motorisierten Verkehrsteilnehmer um Verständnis dafür, dass an der Kreuzung Fußgängern eine deutlich verbesserte Straßenüberquerung ermöglicht werde.