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Kreise Wesel und Kleve: Krise hat Auswirkungen auf Arbeitsmarkt

Am Niederrhein : Krise in Arbeitsagentur stark spürbar

Experten bekamen über 2200 Beratungsanfragen und rund 4200 Anzeigen von Kurzarbeit.

Auch wenn die Folgen für der Corona-Krise für den Arbeitsmarkt erst ab dem nächsten Monat statistisch genauer abgebildet werden können, sind sie schon jetzt ersichtlich. „Zahlreiche Betriebe jeder Größe versuchen, ihre Beschäftigten mit Kurzarbeit zu halten. Dazu haben wir allein in den letzten zwei Wochen mehr als 2200 Beratungsanfragen erhalten. Bis vergangenen Freitag sind rund 4200 Anzeigen auf Kurzarbeit von Unternehmen aus den Kreisen Wesel und Kleve eingegangen“, teilte Babara Ossyra, Geschäftsführerin der Agentur für Arbeit in Wesel, am Dienstag mit.

Die Agentur hat auf den Ansturm reagiert. Das Personal in diesem Bereich ist laut Ossyra aufgestockt worden, viele Mitarbeiter aus anderen Fachbereichen leisteten Unterstützung, damit Anträge möglichst zügig aufgenommen und abgearbeitet werden. Das gelte auch für Menschen, die sich derzeit arbeitssuchend oder arbeitslos melden müssen. Im März haben sich bereits doppelt so viele Menschen wie im Februar als suchend gemeldet. Für diese Beratungen gibt es eine Hotline unter 0281 9620141. Erweitert wurde der Rahmen der Arbeitszeit von 6 bis 20 Uhr – im Homeoffice bis 22 Uhr. „Wir arbeiten mit allen Kräften dafür, die Menschen und die Unternehmen in der Region in dieser existenziellen Phase zu unterstützen“, sagte Ossyra.

Die aktuell verfügbaren Daten, die am 12. März erhoben wurden, zeigen die Situation auf dem lokalen Arbeitsmarkt vor den wirtschaftlichen Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie. Zu diesem Zeitpunkt hatte eine erste Frühjahrsbelebung eingesetzt. Erst der nächste Arbeitsmarktbericht im April kann laut Agentur erste Belastungen abbilden.

Im März waren in den Kreisen Wesel und Kleve 22.555 Arbeitslose gemeldet – 482 oder 2,1 Prozent weniger als im Vormonat. Bezogen auf den Kreis Wesel waren 14.439 Arbeitslose zu verzeichnen – 292 Personen oder 2,0 Prozent weniger als im Februar. Im Vorjahresvergleich gab es 247 Arbeitslose oder 1,7 Prozent weniger. Die Arbeitslosenquote sank im Vergleich zu Februar um 0,1 Punkte auf 5,9 Prozent (Vorjahr 6,0).

(RP)