Kreis Wesel: Weihnachtsbaumpreise bleiben 2018 trotz Dürre stabil

Gute Nachrichten für Verbraucher : Weihnachtsbaumpreise bleiben trotz der Dürre im Sommer stabil

Viel zu wenig Niederschlag gab es in diesem Sommer. Den ausgewachsenen Weihnachtstannen am Niederrhein hat das zwar kaum geschadet, doch viele junge Bäume sind vertrocknet. Am Preis ändert das in diesem Jahr aber nichts.

Gute Nachrichten für Weihnachtsbaum-Liebhaber: Trotz der extremen Dürre in diesem Sommer müssen Verbraucher für ihren Christbaum diese Saison nicht tiefer ins Portemonnaie greifen. Die Baum-Preise bleiben nach Einschätzungen des Bundesverbandes der Weihnachtsbaum- und Schnittgrünerzeuger (BWS) sowie laut Aussagen mehrerer verkaufender Betriebe am Niederrhein weitestgehend stabil. Zwar sorgte die lang anhaltende Trockenheit besonders bei Jungbäumen für hohe Ausfallraten – doch vor allem ältere, große Nordmanntannen kamen dank ihrer langen Wurzeln während des heißen Sommers extrem gut zurecht.

Ein Glücksfall für die Kunden, denn vielen Betrieben hat der trockene Sommer doch sehr zu schaffen gemacht: Im Schulte-Dreve­nacks-Hof in Hünxe musste Leiter Dirk Buchmann seine Tannen während der heißen Monate vier Mal bewässern – das war vier Mal mehr als üblich. Birgit Rennings musste auf ihrem Feld in Xanten sogar jeden Tag ran: „Wir haben die Bäume vier Wochen lang alle zwei bis drei Stunden beregnet“, sagt die ehemalige Leiterin der Gärtnerei Rennings. Viel habe das allerdings nicht gebracht, denn rund 1000 Jungbäume – also etwa ein Viertel des Bestandes – seien ihr verdorrt, und der Boden sei weiterhin extrem trocken.

Das Bewässern war auch für Heike Lohmeier von Gartenbau Lohmeier in Wesel ungewöhnlich. Normalerweise würden die Pflanzen die warme Jahreszeit dank der langen Pfahlwurzeln locker durchhalten, sagt sie. Aber auch ihr seien viele junge Bäume vertrocknet. Insgesamt sei der Ausfall zwar nicht dramatisch, doch der Mehraufwand war da. Betriebe, die keine Möglichkeit haben, ihre Tannen zu bewässern, etwa weil sie wie im Forstbetrieb Bloemersheim in Xanten im Wald stehen, hat es besonders schlecht getroffen. „Wir haben 70 bis 80 Prozent Ausfälle bei den im letzten Jahr gepflanzten Bäumen“, sagt Forstbetriebsleiter Dirk Bening.

Jan Rheker aus Xanten schätzt, dass sich der heiße, trockene Sommer aber erst in den nächsten Jahren auf den Preis auswirken wird. Eine Nordmanntanne brauche nämlich etwa sieben bis acht Jahre, um auf die gewünschten zwei Meter anzuwachsen, sagt der Leiter der Rheker Gärten. Zwar werde aktuell viel nachgepflanzt, doch eine Lücke sei trotzdem entstanden und die könnte Engpässe herbeiführen. Weil die meisten verkaufsfähigen Bäume aber in diesem Jahr keinen Schaden genommen haben, bleiben Qualität und Preise stabil: Heike Lohmeier verkauft ihre Nordmanntannen beispielsweise wieder zum Preis von 20 Euro pro Meter. Damit liegen Lohmeiers Tannen, wie auch die der meisten regionalen Anbieter am Niederrhein, im unteren Bereich des bundesweiten Durchschnitts von 18 bis 24 Euro pro Meter. So kosten die Bäume am Schulte-Drevenacks-Hof ebenfalls 20 Euro pro Meter, im Forstbetrieb Bloemersheim werden sie für 20,50 Euro angeboten. Die Rheker Gärten verkaufen ihre Tannen für 18 Euro den Meter, und bei der Gärtnerei Rennings gibt es sie für 17 Euro. Auch die Preise für verschiedene Fichtenarten bleiben nach Einschätzungen des BWS stabil: Zwischen zehn und 16 Euro für die Blaufichte und zwischen 6 und zehn Euro für die Rotfichte muss der Kunde auf den Tisch legen.

Und wer einen besonders schönen Baum möchte – oder eben einfach nicht abwarten möchte –, der kann auch jetzt schon in die Felder und Wälder der Betriebe kommen und sich das favorisierte Exemplar reservieren. Dieses kann dann je nach Angebot abgeholt, geliefert oder sogar selbst geschlagen werden. Immer öfter veranstalten die Betriebe dafür ein großes Weihnachtsbaum­event an den Adventswochenenden: Bei warmen Getränken, Speisen und Weihnachtsmarkt wird so aus dem Weihnachtsbaum-Kauf ein Erlebnis für die ganze Familie.

Eine clevere Vermarktungsstrategie, denn an solchen Wochenenden würden laut Buchmann erfahrungsgemäß sehr viele Bäume verkauft. Hauptsächlich Nordmanntannen, sagt Buchmann, denn diese bleiben auch laut BWS wegen ihrer weichen Nadeln und des dichten Nadelkleids unangefochten auf Platz eins der beliebtesten Christbäume.

Die Tannen kommen übrigens immer seltener aus dem Ausland: Während der Importanteil vor zehn Jahren noch bei rund einem Viertel lag, kommen laut Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger in diesem Jahr weniger als zehn Prozent der Nordmanntannen aus anderen Ländern wie Dänemark.

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