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Kreis Wesel prüft Prostitution in asiatischen Massage-Salons

Aktueller Bericht : Kreis Wesel prüft Prostitution in asiatischen Massage-Salons

Die Kriminalpolizei im Kreis Wesel vermutet, dass in 50 Prozent der asiatischen Massage-Salons illegal Prostitution angeboten wird. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Kreises Wesel zur Umsetzung des Prostituiertenschutzgesetzes hervor, der dem Verkehrsausschuss vorliegt.

Das im Juli 2017 eingeführte Gesetz soll die Rechte der Prostituierten schützen und die Kontrolle der Betriebe verschärfen. Der Kreis reagiert mit vermehrten Einsätzen im Milieu. Ein Massagebetrieb im Kreis Wesel wurde nach einer Razzia 2019 bereits geschlossen. Auch unangemeldete Wohnungsprostitution wird im Kreis Wesel zunehmend zu einem Problem – die Frauen entziehen sich hier behördlicher Kontrolle.

Der Kreis hat Beratungsbüros für Prostituierte in Moers eingerichtet. Drei Mitarbeiter sind dort tätig. Sie kontrollieren Bordelle, illegale Prostitution in Wohnungen und auch den Straßenstrich. Der existiert im Kreis Wesel an vielen Autobahnparkplätzen. Wechselnd bieten dort zwei bis drei Prostituierte ihre Dienste an.

Zum Stichtag 1. Juli 2017 gab es im Kreis Wesel 19 Prostitutionsstätten. Bis August 2019 hatte der Kreis 13 Bordelle geprüft. Acht Betriebe seien abgemeldet worden, ein illegaler Betrieb wurde nach einer Razzia geschlossen, einem weiteren Betrieb wurde die Erlaubnis versagt. Bußgelder in Höhe von insgesamt 6900 Euro wurden verhängt.

543 Prostituierte sind seitdem durch die Fachdienste des Kreises beraten worden, davon 82 Prostituierte unter 21 Jahren und drei Männer. 530 Anmeldungen als Prostituierte gab es. Nur vier Frauen verzichteten nach der Beratung auf eine Tätigkeit als Prostituierte. In zwei Fällen wurden Anmeldebescheinigungen wegen des Verdachts auf Zwangsprostitution nicht ausgefüllt. Auch zur Nationalität der Prostituierten macht der Kreis in seinem Bericht Angaben: 86 Prozent kamen aus dem Ausland, 67 Prozent davon aus Südosteuropa.

Weil viele Frauen kein Deutsch sprechen, hilft eine videobasierte Übersetzung. Die Frauen sprechen dann direkt mit einer Dolmetscherin. Problematisch ist aber, dass viele Frauen sich nicht an die Termine halten, die Dolmetscherinnen aber bezahlt werden müssen. 80.000 Euro sind im Kreishaushalt für Dolmetschertätigkeit und Sachaufwendungen reserviert. Die Einnahmen durch Anmeldegebühren liegen allerdings nur bei 15.000 Euro.

Der Bericht zeigt auch, welche Probleme die Prostitution im Kreis Wesel weiter macht: Im April 2019 gab es ein Tötungsdelikt in einem Bordell in Moers-Repelen. Eine Prostituierte wurde Messerstiche tödlich verletzt und eine weitere Prostituierte vom gleichen Täter schwer verletzt. Es soll sich um eine Beziehungstat unter Rumänen handeln. Die Getötete war die Besitzerin des Bordells. Der Kreis rechnet nicht damit, dass an gleicher Stelle erneut ein Bordell eröffnet wird. Auch der Fall eines in Hamminkeln abgebrannten Saunaclubs wird im Bericht aufgegriffen. Der Betrieb sei noch nicht abgemeldet. Ob er wieder öffnet, sei aber noch unklar.