Ausbildung im Kreis Wesel Bewerbung, Praktikum, Lehrstelle in fünf Tagen

Kreis Wesel/Duisburg · Wie ein junger Dinslakener mit Hilfe des Förderangebotes Assistierte Ausbildung flexibel beim Duisburger Verzinkungsspezialisten ZINQ problemlos eine Lehrstelle ergattert hat.

 „Das passt“: ZINQ-Werkleiter Benjamin Trillwix nimmt die Bewerbung des Dinslakeners Cem Ciligi (r.) entgegen. Der 19-Jährige freut sich schon auf den Start seiner Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik (Schwerpunkt Feuerverzinken) am 1. September.

„Das passt“: ZINQ-Werkleiter Benjamin Trillwix nimmt die Bewerbung des Dinslakeners Cem Ciligi (r.) entgegen. Der 19-Jährige freut sich schon auf den Start seiner Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik (Schwerpunkt Feuerverzinken) am 1. September.

Foto: Klaus Nikolei

Bei der Duisburger ZINQ GmbH & Co. KG (wird wie Zink ausgesprochen) beginnen am 1. September fünf junge Menschen ihre dreijährige Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Beschichtungstechnik (Schwerpunkt Feuerverzinken). Zu ihnen gehört auch der Dinslakener Cem Ciligi (19). Und wenn alles gut geht, dann unterschreiben demnächst auch noch zwei seiner Kumpel einen Lehrvertrag bei dem Verzinkungsspezialisten im Stadtteil Neuenkamp.

Aktuell absolviert einer der beiden besagten Bewerber ein Praktikum und stellt sich dabei richtig gut an. Das jedenfalls sagt Werkleiter Benjamin Tillwix, der aber auch voll des Lobes ist über Cem Ciligi. „Als er an einem Montag im April bei uns im Büro stand, um persönlich seine Bewerbungsmappe abzugeben, da war mir schnell klar, dass wir ihn haben wollen“, erinnert sich Tillwix gut und gerne den ersten Kontakt. Nach einem kurzen Gespräch bot er dem jungen Dinslakener ein dreitägiges Praktikum an.

Weil dem jungen Mann der Blick hinter die Kulissen so viel Freude bereitet hat und er von der ZINQ-Familie gut aufgenommen wurde, bekam er am letzten Praktikumstag auch schon eine verbindliche Zusage für eine Lehrstelle. Den Arbeitsvertrag hat Benjamin Tillwix seinem neuen Lehrling aber nicht etwa zugeschickt, sondern ihm persönlich in den Räumen der Deutschen Angestellten-Akademie (DAA) NRW in Dinslaken überreicht. Denn ohne die DAA wäre Cem Ciligi wohl nie bei ZINQ gelandet.

Doch wie ist der junge Dinslakener an die gemeinnützige Bildungseinrichtung gekommen und wie genau konnte die DAA dem 19-Jährigen helfen? Um das verständlich zu erklären, muss man wissen, dass Cem Ciligi mit der Mittleren Reife aufs Dinslakener Berufskolleg gewechselt ist, um dort seine Fachhochschulreife im Bereich IT und Elektrotechnik zu erlangen. Doch weil ihm irgendwann klar wurde, dass er mit seiner Wahl wohl doch ein wenig danebengelegen hat, verließ er das Berufskolleg und verdingte sich als Auslieferungsfahrer. Bewerbungen, die er in seiner Freizeit schrieb, blieben letztlich ohne den gewünschten Erfolg.

Im Gespräch mit seiner Beraterin beim Dinslakener Job-Center erfuhr er dann im Frühjahr 2023 von dem DAA-Angebot einer Assistierten Ausbildung flexibel (AsA flex). Was das genau ist, erklärt Uwe Dähnenkamp, Fallmanager der Jugend-Berufsagentur in Dinslaken: „Ausbildungsbereite junge Leute werden in einer ersten Phase, der sogenannten Ausbildungsvorbereitung, sprichwörtlich an die Hand genommen. Beispielsweise werden im Rahmen eines Kurses gemeinsam Stellenanzeigen durchforstet. Es gibt Hilfe bei der Optimierung der Bewerbungsunterlagen und Tipps, wie man sich gut auf ein Vorstellungsgespräch vorbereiten kann und wie man an ein Praktikum kommt.“

Und DAA-Mitarbeiterin Yasemin Keilau fügt hinzu, dass man in einer zweiten Phase erfolgreiche Absolventen des AsA flex-Kurses (und auch sonstige Azubis, die Hilfe benötigen) unterstützt, wenn es im Rahmen der Ausbildung Probleme geben sollte. Cem Ciligi, davon ist sie überzeugt, wird keine zusätzliche Hilfe benötigen. „Der kriegt das alles auch so prima hin.“

Während des mehrmonatigen AsA flex-Intensivkurses hat Benjamin Tillwix seinem künftigen Lehrling den Arbeitsvertrag überreicht. Für Cem Ciligi war das ein ganz besonderer Augenblick. „Und für alle anderen im Kurs war das eine zusätzliche Motivation“, ist Yasemin Keilau überzeugt. Sie ist zudem stolz darauf, dass pro Lehrgang 70 bis 80 Prozent der jungen Leute auch eine geeignete Lehrstelle finden.

Nur mit Hilfe von Yasemin Keilau und ihrem Team ist Cem Ciligi auf das Stellenangebot von ZINQ in Duisburg gestoßen. Die DAA-Experten haben auch dafür gesorgt, dass seine Bewerbungsmappe perfekt geworden ist. Und er hat auch deren Rat befolgt, die Unterlagen persönlich bei ZINQ abzugeben. Was, wie bereits beschrieben, zum dem erhofften Erfolg geführt hat.

Bei einem kurzen Rundgang durch die ZINQ-Hallen zeigt Benjamin Tillwix unserer Redaktion, was das in Gelsenkirchen ansässige Familien-Unternehmen, das zahlreiche Standorte in ganz Deutschland hat, überhaupt macht. Um es kurz zu beschreiben: Stahl – das können unter anderem Stahlkonstruktionen, Gitter, Zäune und Träger sein – wird in einer speziellen Vorbehandlung von Rost und Zunder befreit und in einem weiteren Arbeitsschritt in eine gigantische Stahlwanne in ein 450 Grad heißes Zinkbad eingetaucht. Nachdem alles abgekühlt ist, wird der verzinke Stahl noch nachbearbeitet und dann für den Transport fertig gemacht.

„Cem hat schon während des Praktikums gezeigt, dass er wirklich Spaß an der Sache hat und auch weiterkommen will. Das sind beste Voraussetzung für eine Karriere bei uns“, betont der Werkleiter. Gefragt, nach seinen Wünschen für die Zukunft sagt der 19-Jährige: „Ich möchte zunächst erfolgreich meine dreijährige Lehre absolvieren und dann sehen, dass ich später einmal die Meisterschule absolviere. Ich freue mich riesig, wenn es am 1. September los geht.“

Bis dahin jobbt er noch in einer Tankstelle. Cem Ciligi erzählt überall so begeistert von seinem künftigen Arbeitgeber, dass, wie schon gesagt, zwei Kumpel sich ebenfalls bei ZINQ beworben und beste Aussichten haben, ebenfalls genommen zu werden.

Übrigens: Nach den jetzt gemachten guten Erfahrungen wollen die DAA NRW und ZINQ ihren Kontakt miteinander intensivieren und gemeinsam versuchen, engagierten Bewerbern eine zukunftssichere Ausbildung in der Industrie zu ermöglichen.

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