Kreis Wesel: Laut Wasseranalysen gibt es in der Lippe zu viel Nitrat

Kreis Wesel : Wasseranalyse: Zu viel Nitrat in Lippe

Der Gelderner Verein VSR-Gewässerschutz hat am ganzen Fluss Proben genommen.

Der Verein VSR-Gewässerschutz meldet eine starke Belastung der Lippe mit Nitrat. Man habe im Februar 2018 an der Lippe und seinen Nebenflüssen Messfahrten unternommen, berichteten Harald Guelzow und Susanne Bareiß-Gülzow. Die Ergebnisse zeigten, dass auch im Bereich der Lippe vielerorts zu intensiv gedüngt werde.

Die intensive Landwirtschaft im Einzugsgebiet führe dazu, dass die Lippe von der Quelle bis zur Mündung in den Rhein eine viel zu hohe Nitratkonzentration aufweise. Nach den Vorgaben der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (Lawa) dürfe das Lippewasser für einen guten Zustand höchstens elf Milligramm pro Liter Nitrat aufweisen.

Die Messungen ergaben laut VSR Gewässerschütz jedoch an der gesamten Lippe und an den Mündungen der Nebenbäche mehr wie den doppelten Wert. „Bei der Auswertung fiel uns auf, dass im Lippeeinzugsgebiet der ökologische Landbau gegenüber anderen Flusseinzugsgebieten eine sehr geringe Fläche ausweist“, sagt Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

Bereits die Karstquelle der Lippe in Bad Lippspringe sei mit 22,2 Milligramm pro Liter Nitrat belastet. Bis nach Paderborn bleibe die Belastung unverändert hoch. Nach dem Zufluss der Pader mit 30,4 Milligramm pro Liter und der Alme mit 31,3 Milligramm pro Liter steige die Nitratkonzentration in der Lippe auf 29,3 Milligramm pro Liter in Sande. Dies sei die höchste gemessene Belastung auf dieser Messfahrt.

Erst nach dem Zufluss des Wassers aus dem Lippesee fällt die Konzentration auf 26,5 Milligramm pro Liter. Bis Hamm bleibt die Nitratbelastung dann weitgehend unverändert. Nach Passieren der neu gestalteten Lippeauen im Mündungsraum bei Wesel, strömt die Lippe letztlich mit 25,6 Milligramm pro Liter Nitrat dem Rhein zu.

Es müsse in der Landwirtschaft dringend gehandelt werden, fordert der Verein. „Die derzeitige Düngeverordnung erlaubt eine Überdüngung der Felder und reicht somit nicht aus, um die Nitratbelastung in die Lippe und Nebenflüsse so weit zu senken, dass ein guter Zustand erreicht wird“, sagt Susanne Bareiß-Gülzow. Dagegen vermindere eine ökologische Bewirtschaftung nach neuesten Untersuchungen des Thünen-Institutes (Braunschweig) die Stickstoffausträge im Mittel um 28 Prozent. Damit trügen ökologisch wirtschaftende Landwirte bereits heute dazu bei, dass den Gewässern weniger Nitrate zusickern. Allerdings werde im Lippegebiet weniger als drei Prozent der Fläche ökologisch bewirtschaftet. Das liege weit unter dem Durchschnitt von bundesweit 8,2 Prozent.

(RP)
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