Kreis Wesel: Kreistags-Mehrheit gegen Ausweitung des Kiesabbaus

Kreis Wesel : Kreistag: Mehrheit gegen Ausweitung des Kiesabbaus

Vor zahlreichen Zuhörern diskutierten die Mitglieder des Kreistages am Donnerstag über die Stellungnahme des Kreises Wesel zu Änderungen des Landesentwicklungsplans (LEP). Etwa 70 Vertreter der Interessengemeinschaft Dachsbruch waren gekommen, um sich gegen Kiesabbau zwischen Oermter Berg und Kloster Kamp einzusetzen.

Zu Beginn fragte Marion Kemken für die IG nach Unterstützung. „Sie bringen sich heute im richtigen Moment ein“, sagte Landart Ansgar Müller. „Auch wenn die Frage, ob das Wickrather Feld in Kamp-Lintfort Abgrabungsbereich wird, Gegenstand des Regionalplanentwurfes des RVR ist, setzt der LEP die wichtigen Rahmenbedingungen.“

Laut Müller gibt es drei Knackpunkte. Zum einen drohe, dass auf die Feststellung von Vorranggebieten verzichtet werde, die als Konzentrationszonen wirken. Damit wäre der Abbau außerhalb dieser Zonen nicht mehr ausgeschlossen, sondern überall im Kreisgebiet möglich. Darüber hinaus bewirkten auch die vorgesehenen verlängerten Versorgungszeitträume, dass vom RVR mehr Flächen ausgewiesen werden müssten. Und die vorgesehene Ausweisung von Reserveflächen zur Auskiesung erhöhe den Druck weiter und die Flächen wirkten wie Abgrabungserwartungsland. Das behindere andere Nutzungsüberlegungen und Pläne der Kommunen.

Bei nur einer Gegenstimme beschloss der Kreistag in allen drei Punkten, die im Entwurf des LEP vorgesehenen Änderungen zur Erleichterung der Rohstoff-Abgrabungen abzulehnen. Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Kommunen, den Kreistags-Fraktionen und der Kreisverwaltung, hatte vorab eine Stellungnahme zum LEP erarbeitet. Einige Änderungsvorschläge wurden begrüßt. Etwa, dass Kommunen mehr Spielraum bei der Ausweisung von Siedlungsflächen eingeräumt werden soll.