Kreis Wesel: Immer mehr Raucher im Krankenhaus

Kreis Wesel : Immer mehr Raucher werden krank – besonders Frauen

Die Zahl der Menschen, die wegen raucherspezifischer Erkrankungen wie Lungenkrebs im Krankenhaus behandelt werden mussten, ist im Kreis Wesel innerhalb von zehn Jahren um 33,8 Prozent gestiegen.

2016 wurden laut Statistischem Landesamt NRW 3454 Menschen im Kreis Wesel (2016 Männer und 1438 Frauen) infolge einer raucherspezifischen Erkrankung vollstationär in einem Krankenhaus behandelt. „Im Jahr 2006 dagegen waren es nur 2582, was einer Steigerung von 33,8 Prozent innerhalb von zehn Jahren entspricht“, sagt Michael Lobscheid von der Krankenkasse IKK classic. 2005 dieser Fälle waren auf eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und 11.449 Fälle auf Lungen- und Bronchial-, Kehlkopf- oder Luftröhrenkrebs zurückzuführen. Das durchschnittliche Alter der Patienten betrug 68,2 Jahre.

Besonders auffällig bei dieser Entwicklung ist der deutliche Anstieg der Erkrankungen bei den Frauen. Hier stieg die Zahl der Krankenhausbehandlungen innerhalb von zehn Jahren um 47,2 Prozent von 977 auf 1438. Dafür gibt es mehre Gründe: „In den vergangenen Jahrzehnten hat die Zahl der Raucherinnen deutlich zugenommen. Gleichzeitig belegen wissenschaftliche Studien, dass bei Frauen bereits geringe Tabakmengen ausreichen, um das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen oder Krebs zu erhöhen“, so Lobscheid. „Aber auch die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs oder Brustkrebs wird durch das Rauchen wahrscheinlicher.“ Darüber hinaus beschleunigt der Tabakrauch die Hautalterung und erhöht das Risiko für Atemwegserkrankungen und Osteoporose.

Hier erhalten Sie ausführliche Infos rund um das Thema Lungenkrebs.

Das alles sind viele gute Gründe, endlich mit dem Rauchen aufzuhören. Hilfe finden Raucher in qualifizierten Kursen zur Raucherentwöhnung, die von den Krankenkassen angeboten und bezuschusst werden. Interessierte finden beispielsweise unter www.ikk-classic.de/gesundheitskurse Angebote in ihrer Nähe. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet für Erwachsene zudem unter www.rauchfrei-info.de ein Online-Ausstiegsprogramm.

(RP)
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